Gedanken und Curry

Während mein acht Monate alter Sohn grade unter mir wahlweise den Papierkorb ausräumt oder meinen Tower besteigt (was mich unweigerlich zu der Frage bringt, wie wir diese Phase bei unserem ersten Sohn überstanden haben – ich kann mich einfach nicht mehr dran erinnern….) wollte ich mal wieder ein Rezept niederschreiben. Veganismus funktioniert meiner Meinung nach nur, wenn man gute Alternativen zum ehemaligen Alltag gefunden hat. Das meint auch meine älteste Schwester, die, ihres Zeichens ehrenamtliche Tierschützerin, zur Zeit zur Veganerin wird und in unseren unregelmäßig statt findenden Gesprächen Fragen aufwirft, deren Lösung bzw. Beantwortung mein Mann und ich uns bereits erfolgreich gestellt haben. Und weil es so praktisch ist verwende ich einige davon um diesen Blog zu füllen :).

Ich habe nicht viele eigene Rezepte, die ich vorstellen kann. Mein Mann und ich kochen unheimlich gerne, doch keiner von uns beiden gehört zu der Art Mensch, die sich mit einem Haufen Zutaten in die Küche stellt und damit herum experimentiert – und dabei auch noch erfolgreich ist. Meist kochen wir nach diversen Kochbüchern und manchmal passiert es uns, dass wir das eine Rezept mit den Zutaten aus einem anderen mixen und tatsächlich noch eine eigene Idee einbringen können. Wie bei Folgendem:

Kichererbsencurry

Das ist ein Kichererbsen-Curry. Wir stehen momentan auf Hülsenfrüchte aller Art. Das macht mich echt glücklich, weil wir uns immer schon mal näher mit dieser großartigen Lebensmittelgruppe beschäftigen wollten. Leider dauerte es bis wir da den Einstieg fanden, denn die gängigen „deutschen“ Zubereitungsformen haben uns nicht so überzeugt. Und das typische Dhal hat mich auch nicht wirklich gelockt. Obwohl wir es schuldbewusst alle drei bis vier Wochen gekocht haben. „Wir müssen mal wieder Linsen essen.“ – „Sfz. Ja, Du hast recht. Wieder Dhal?“ – Beide denken kurz nach. „Ja.“ – „Verdammt wieso schmeckt das nicht?“ (zumindest mir)

Eine Zeit lang habe ich dann gedacht, dass ich einfach nicht dafür geschaffen bin, Hülsenfrüchte in jeglicher Form zu essen. Doch dann traten Celia Brooks Browns „Quesadillas mit Spiegelei und scharfer roter Soße“ (aus „Vegetarisch kochen für Gäste“) in mein Leben (das war noch in der vegetarischen Phase) und auf einmal wurden Kidneybohnen zu meinen neuen Freunden. Als wir uns dann durch Alicia Silverstones „Kind diet“ gekocht hatten, bestand kein Zweifel mehr. Hülsenfrüchte sind echt cool!

Dieses Rezept basierte ursprünglich auf ca. drei bis vier Rezepten und ist inzwischen unser Eigenes, das wir gern mit der Welt teilen. Hier die Zutaten:

Kichererbsencurry

– 250g Kichererbsen (über Nacht eingeweicht oder aus der Dose)

– 2 Dosen Kokosmilch

– 2 rote Paprika (groß)

– 1 große rote Zwiebel gehackt

– 1 Knoblauchzehe gehackt

– ca. 200g Brokkoli (in kleine Röschen zerteilt)

– 1 halbreife Banane

– 1 Apfel

– 2 EL Curry

– 2 EL Ednussmus

– Salz nach Geschmack

Die Kichererbsen ein bis zwei Stunden fast weich kochen, wenn sie nicht aus der Dose sind. Das variiert je nachdem, was für einen Herd, bzw. Kochgeschirr ihr zu Hause habt. Dann die übrigen Zutaten dazu geben und ca. 15 Minuten weiter köcheln lassen.

Ich denke es würde auch sehr gut schmecken, wenn man Zwiebel und Knoblauch, in einer separaten Pfanne erstmal anschwitzt, dann das Curry dazu gibt und nach einer kurzen Weile die übrigen Zutaten (Gemüse, Kokosmilch und Erdnussmus) unterrührt. Wenn das Gemüse dann fertig ist, die Kichererbsen dazu geben und alles vermischen. Werde ich beim nächsten Mal testen.

2 Kommentare zu “Gedanken und Curry

  1. Dass euch die typisch deutschen Zubereitungsformen von Hülsenfrüchten nicht besonders schmecken, verstehe ich vollkommen. Aber dass du Dal nicht magst! Ist es die Konsistenz? Die Gewürze? Wie auch immer, die Hauptsache ist ja, dass ihr Formen gefunden habt, in denen sie euch gut schmecken!

    • Die Konsistenz nicht, eher die Kombination aus Kreuzkümmel und Nelke. Kreuzkümmel ist, vor allem als ich den Beitrag verfasst hatte, nicht so mein Gewürz gewesen. Nachdem ich mich nun durch diverse Eintöpfe gekocht habe, könnte ichs mir eigentlich fast schon wieder vorstellen. Werde ich testen. 🙂

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