Ein Kindermenü

Wer kleine Kinder hat, weiß, das das Kochen für den geliebten Nachwuchs manchmal eine wirkliche Herausforderung sein kann. Auch wenn sie meistens kooperieren und auch von Natur aus gerne Obst und Gemüse essen. Nur eben nicht dann, wenn es grade zubereitet auf dem Tisch steht. Vegane Kinder sind da kein Unterschied zu normalen Kindern. Wenn ich einen Apfel aufschneide, werde ich gefragt, warum keine Kiwis da sind und wenn ich Kartoffeln mit Brokkoli koche, werden die Prinzessbohnen vermisst. Augen rollen und mit dem Kopf schütteln helfen leider nichts (ich sprech da aus Erfahrung). Gutes Zureden, den Flieger machen und andere Spielereien: Fehlanzeige. Wenn sie nicht essen wollen, tun sie es auch nicht. Und Zwang – ich weiß eigentlich sollte das selbstverständlich sein, aber ich erwähne es hier trotzdem vorsichtshalber – hat in der Kindererziehung nichts verloren. Vor allem Zwang beim Essen führt am Ende nur zu Essstörungen.

Was recht gut hilft, ist wenn sie mitkochen dürfen und wenn sie auch vorher bereits beim Einkaufen mitentscheiden dürfen, was gekauft wird. Außerdem hat es bei uns geholfen einfach mal eine Liste zu führen, an Lebensmitteln, die sie wirklich gerne und auch immer essen. Dann kann man daraus ein Menü kreieren. Es macht nichts wenn man so Dinge miteinander kombiniert die man normalerweise nicht zusammen isst. Kinder mögen es gerne wenns manchmal etwas anders ist. Die meisten zumindest.

Letzte Woche Donnerstag hatte ich so einen Tag, an dem ich einige Dinge zusammen gekocht habe, die ich so normalerweise nicht kombiniere.

Das Goldtaler-Menü

Das Goldtaler-Menü

Wider Erwarten wurde diese Kreation tatsächlich freudig angenommen. Auf den ersten Blick sieht es ganz normal aus. Aber auf den zweiten ist eben alles einzeln und speziell zubereitet. Die Kartoffelspalten habe ich mit einer Mischung aus 1TL Öl, Cajun Spice-Gewürz, Salz und Pfeffer überzogen und 45 Minuten im Ofen gebacken.

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Die Erbsen sind gekocht und zusammen mit einer kleinen vorgegarten Zwiebel, einer halben Avocado, Salz, Zitronensaft und Chiliflocken zerstampft. Die Karotten sind mit etwas Margarine, wenig Salz und dafür etwas mehr Ahornsirup in der Pfanne karamellisiert. Und die Goldtaler bestehen aus unserer Standardfrikadellenmischung, in diesem Fall Kichererbsen, Hefeflocken, Semmelbrösel, Salz und Pfeffer. Für die Kinder habe ich sie in Öl ausgebacken und für mich und meinen Mann ohne.

So sehen sie aus, wenn man sie ohne Fett brät. Ja, klappt bestens!

So sehen sie aus, wenn man sie ohne Fett brät. Ja, klappt bestens!

Dazu habe ich unsere Standard Soße gemacht und zum Nachtisch gab es Lupinen-Eis mit selbst gemachter Himbeersoße. Hmm. Für die Soße habe ich einfach eine Tüte Tiefkühl-Himbeeren in einen Topf gegeben und mit Agartine und Zucker aufgekocht. Speisestärke oder etwas Gelierzucker kann man hier auch nehmen.

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Dies hier ist das Eis, das wir immer kaufen (wir haben keine anderen Alternativen in der Region, aber wir sind mit diesem Eis auch sehr zufrieden):

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Insgesamt wurden die Teller leer gekratzt. Allerdings will ehrlich sein: Das Erbsenmus ist ganz schlecht angekommen (also bei den Kindern, mein Mann und ich fandens gut) und die Himbeersoße war dem Nachwuchs zu sauer. Aber unterm Strich buche ich dieses Menü als Erfolg!

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