Seitan aus Weizenmehl selber machen Teil 1 (zerowaste vegan)

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Ich will euch in diesem Artikel anhand von Fotos die einzelnen Arbeitsschritte zeigen, die für das Auswaschen von Seitan aus Weizenmehl erforderlich sind. Das ist ein etwas langwierigerer Prozess – wenn man das Fastfood-Leben gewöhnt ist vielleicht auch etwas abschreckend. Aber dieser Schritt lohnt sich. Wer Seitan aus Weizenmehl selber herstellt, spart Geld und Verpackung. Selbst wenn man keinen unverpackt-Laden in der Nähe hat, ist Mehl in einer einfachen Papierverpackung immer noch umweltfreundlicher als fertigen Seitan zu kaufen.

Im Großen und Ganzen finde ich diese ganze Aktion nicht sehr nachhaltig, da ja doch sehr viel von dem Rohstoff Mehl verloren geht (ist natürlich bei gekauftem Seitan genauso). Als grobe Faustregel kann man sagen, für 250g Seitan, benötigt man 1000g Mehl. Dennoch ist Seitan für uns Veganer natürlich eine schöne Alternative um an einem Weihnachts-Festessen, ein Pendant für einen Braten auf dem Teller zu haben. Richtig nachhaltig wäre es, wenn man sich einfach eine nachhaltige Festessens-Tradition ausdenkt. Ich hatte noch andere Ideen für das Weihnachtsmenü gehabt: Pilztaschen oder Zwiebel-Lauchtarte, Maronenstrudel… Whatever. Ich habe mich auch sehr auf den Seitan gefreut, da wir seit unserer Umstellung keinen mehr hatten. Mein Mann war so freundlich ihn für uns herzustellen. (Wenn ich den Seitan mache, ist alles total katastrophal, mir fällt der Seitanklumpen auseinander und am Ende schmeckt alles wie dünnes Schwarzbrot…. ) Ich habe stattdessen fleißig Fotos geschossen und mich nebenher um die Marinade gekümmert.

Und nun zur Herstellung:

Für Seitan verwendet man weißes Weizenmehl. Es lohnt sich nicht kostbares Vollkornmehl zu verwenden, da sowieso alle Weizenbestandteile, bis auf das Gluten eben, heraus gewaschen werden. Für die Menge in den Fotos habe ich keine Mengenangaben. Sorry, mein Mann arbeitet beim Kochen grundsätzlich nach Augenmaß. Ich würde sagen, das war Mehl ungefähr von der Menge von irgendwas oberhalb von 2000g (wir haben gerechnet für fünf Veganer und sechs Omnivore, von denen drei unternehmungslustig sind und gern mal was Veganes probieren mögen). Laut anderer Rezepte im Internet benötigt man wie weiter oben bereits erwähnt:

  • 1000g Weizenmehl
  • 750ml Wasser (mit den Angaben für Flüssigkeiten bin ich immer vorsichtig und nähere mich stets ganz langsam dem angegebenen Wert)
für die Teigkugel. Für das Auswaschen später wird dann noch eine ganze Menge mehr Wasser benötigt.

Mein Mann stellt bei diesem Vorgang die Schüssel immer in die Spüle, so kann man das Wasser schneller abgießen und Neues nachlaufen lassen.

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Und dann geht’s los: Immer wieder langsam ein wenig Wasser einlaufen lassen und kneten kneten kneten:

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Als Erstes wird eine große geschmeidige Teigkugel hergestellt.

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Die meisten Rezepte, die ich gefunden habe, empfehlen den Teig nun über Nacht oder mindestens drei Stunden gehen zu lassen. Da wir nicht mehr all zu viel Zeit bis zu unserem Weihnachtsmenü hatten, haben wir diesen Schritt ausgelassen und gleich weiter gemacht.

Nun wird viel Wasser zugefügt. Ob man die Schüssel nur zu einem Viertel voll laufen lässt oder soviel Wasser einlaufen lässt bis der Teig bedeckt ist, ist eigentlich gleich. Worauf es ankommt ist die Beständigkeit beim auswaschen. Der Teig wird wieder und wieder sanft zusammen gedrückt, mit den Händen gedreht und ausgestrichen. Wenn Teile des Teigs abfallen, einfach wieder zusammendrücken und weitermachen. Ordentlich kneten.

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Allmählich beginnt dann der Teig wie so etwas Ähnliches wie „Gehirnmasse“ auszusehen (wie mein Mann und eine Freundin immer gern sagen… :D).

Und dann nach einer guten halben Stunde Teig kneten, bleibt das neu eingelaufene Wasser klar. Wenn das passiert sind alle übrigen Mehlbestandteile ausgewaschen. Es ist nur noch das reine Gluten vorhanden.

 

Der Seitan ist jetzt fertig. Sieht nach erschreckend wenig aus. Der Seitan dehnt sich im weiteren Verarbeitungsverlauf wieder etwas aus.

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Man sieht, dieser ganze Vorgang hinterlässt schon ganz schön seine Spuren in der Küche. Somit war es schon ganz gut, dass wir die Schüssel eh in der Spüle stehen hatten, das macht dann das Saubermachen leichter.

Eigentlich ist es eine einfache Angelegenheit. Wir haben im Hintergrund unsere Lieblingsserie laufen lassen und so ging der ganze Herstellungsprozess ziemlich locker von statten.

Dieser Artikel ist jetzt sehr lang geworden. Die weitere Verarbeitung sowie unser bevorzugtes Seitan-Rezept zeige ich euch in einem zweiten Beitrag.

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