Zerowaste Einkaufen

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Unverpackt einkaufen ist ziemlich einfach, wenn man sich einmal kurz damit befasst hat. Wir planen unsere Einkäufe immer sehr vorausschauend, vor allem weil wir bestimmte Einkaufstage haben und nicht außerhalb dieser Tage einkaufen wollen. Außerdem schauen wir auch sehr aufs Geld. Wir müssten nicht, aber ich mag nicht dauernd mehr ausgeben, als nötig ist, nur weil ich zu faul war mich einmal hinzusetzen und aufzuschreiben was wir brauchen. Ich achte darauf, dass ich bei dem anstehenden Einkauf preislich bei dem bleibe, was ich beim letzte Mal ausgegeben habe. Darum nehme ich die Belege tatsächlich nach jedem Einkauf mit (obwohl das ja Papiermüll ist und die Belege wegen der Beschichtung nur schlecht recycelt werden können).

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Ich werde mir hier zu den Belegen noch etwas anderes Ausdenken. Grade wo ich darüber geschrieben habe, fängt es nämlich doch massiv an mich zu nerven. 😀

Normalerweise gehen wir einmal im Monat in Kiel im Unverpackt-Kiel einkaufen. Dort bekommen wir nahezu alles, was wir für unsere Bedürfnisse brauchen. Außer Tofu. Es gibt leider derzeitig keine Tofu-Manufaktur im norddeutschen Raum, darum kaufen wir unseren Tofu immer noch im Supermarkt. In letzter Zeit hat es sich so ergeben, dass mein Mann sowieso viermal im Monat in Kiel arbeiten muss und darum erledigt er die Einkäufe zur Zeit in der Mittagspause oder nach der Arbeit allein. Da er hierfür immer nicht so besonders viel Zeit hat, bereiten wir abends alles genauestens dafür vor.

Im Normalfall schnappt man sich seinen Einkaufszettel und packt eine Tragetasche mit ausreichend viel Behältern oder Beuteln und zieht damit los. Im Laden wiegt man dann Behälter für Behälter aus und klebt den aus der Waage kommenden Aufkleber mit dem Gewicht an den Behälter. Dann werden die Behälter mit den gewünschten Lebensmitteln gefüllt. An der Kasse wird dann alles ausgewogen und das Gewicht des Behälters abgezogen.

Das nimmt alles recht viel Zeit in Anspruch, vor allem weil wir aufgrund der Monats-Routine auch sehr große Mengen abfüllen müssen. Und wenn wir am Wochenende in Ruhe hin fahren stört mich das auch nicht. Mir gefällt das im Gegenteil sehr gut. Wir führen nette Gespräche mit den Angestellten, alle Fragen werden ganz in Ruhe beantwortet (wie freundlich wir immer wieder unsere ausdauernden Fragen nach Tofu beantwortet bekommen haben! :D), manchmal wird uns auch direkt beim Einfüllen geholfen. Ich finde das alles wirklich sehr sehr nett.

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Wenn mein Mann allerdings während oder nach der Arbeit in den Laden rauscht, gerät er manchmal wirklich in Hektik. Also haben wir uns angewöhnt, alle Beutel bereits zu Hause abzuwiegen und das Gewicht mit einem schwarzen Filzstift raufzuschreiben. Außerdem schreibe ich inzwischen auch auf die Beutel welches Lebensmittel rein soll und wieviel davon. Anschließend versuche ich sie noch in der Reihenfolge zu ordnen in der die Lebensmittel im Unverpackt sortiert sind.

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So spart mein Mann echt viel Zeit und außerdem können wir so auch auf die Aufkleber verzichten – ist ja am Ende auch unnötiger Müll. Einen schwarzen Filzstift und einen schwarzen permanent Marker nehmen wir auf jeden Fall immer mit zum Einkaufen. Den Filzstift nehmen wir für die Beutel, da er sich wieder rauswaschen lässt. Und den Permanentmarker nehmen wir zur Beschriftung der Gläser (wäscht sich im Geschirrspüler auch wieder ab).

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Außerdem packen wir auch immer ein paar zusätzliche Beutel und Gläser ein. Das Sortiment im Unverpackt-Kiel wird permanent erweitert, es ist immer möglich, dass sie auf einmal etwas da haben, was wir schon lange gesucht haben. Dann sind wir vorbereitet und können es gleich mitnehmen. Wir haben auch schon einige Male einige von den Papiertüten mitnehmen müssen. Die sind gut recyclebar, aber es stört mich wirklich, auf so etwas nicht vorbereitet zu sein. Wir wollen nach dem Prinzip einkaufen, nur das mitzunehmen, wofür wir nicht zusätzliche Verpackungen annehmen müssen, um einfach diese Routine zu festigen. Das ist ja der Kern dieser Lebensart, dass man von diesem Denken wegkommt. Das finde ich persönlich sehr wichtig.

Was jedes Mal passiert: Wir bekommen nicht alles was wir brauchen. Das ist so. Obwohl es die Lebensmittel regulär dort gibt. Dieser Lifestyle greift total um sich und es passiert uns immer öfter, dass wir nicht den ganzen Einkaufszettel abarbeiten können. Ich ärgere mich nicht darüber – ich finde es einfach so großartig, dass immer mehr Mensch so einkaufen gehen! Echt super!

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Wir nehmen dann eben nur das mit, was wir bekommen und warten den nächsten Einkauf im kommenden Monat ab. Für mich gehört das zu dieser Lebensweise dazu. Bisher haben wir noch immer genug Getreide und Hülsenfrüchte bekommen, um vier Wochen damit überleben zu können. Ich finde das nicht schlimm. Ich habe dadurch immer wieder interessante und schmackhafte Kreationen entwickelt, die uns allen geschmeckt haben. Und ich hätte viele Lebensmittel gar nicht erst miteinander kombiniert, wenn mir nicht einige Zutaten gefehlt hätten.

Donnerstag: Markttag

Kommen wir zu unserem wöchentlichen Markteinkauf. Donnerstags ist unser Markttag. Der ist immer recht stressig. Wir versuchen diesen Einkauf immer zu erledigen bevor mein Mann los muss. Klar wir könnten uns auch mehr Zeit nehmen. Ich könnte in Ruhe hin fahren, einen langen Plausch mit den Verkäufern halten usw. Aber damit ist mein Donnerstag Vormittag dann völlig hin. Ich nutze diesen Vormittag, da er ja nun sowieso „angebrochen“ ist außerdem dann auch gleich zum Putzen, Wäsche waschen und Vorratskochen. Und damit ich das alles dann auch schaffe bevor die Kinder wieder nach Hause kommen, gehen wir morgens unter Zeitdruck einkaufen.

Auch hier ist der Einkaufszettel wieder am Abend vorher fertig. Und auch hier orientieren wir uns an dem was wir das letzte Mal gekauft haben. Es gibt so ein paar reguläre Sachen die wir immer kaufen, wie Äpfel, Karotten, Kartoffeln… Zusätzlich kaufen wir regelmäßig sechs bis zehn variierende Lebensmittel, denn bei einer gesunden Ernährung kommt es eben auch auf Abwechslung an.

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Für den Einkauf auf dem Markt benutzen wir vorrangig Wäschenetze in unterschiedlichen Größen. Für die Kartoffeln benutzen wir einen sehr großen Baumwollsack (wir kaufen immer irgendwas zwischen sechs und acht Kilo (ja, Kartoffeln sind unser absolutes Hauptnahrungsmittel :D)). Und große einzelne Gemüsesorten wir Kürbis, Kohl, Orangen oder Bananen lege ich lose oben auf in die Einkaufstasche. Das Einkaufen auf dem Markt macht mir am meisten Spaß. Unsere Verkäufer sind so nett und sie finden unsere ganzen Taschen so toll! Als ich das erste Mal zwei unserer ganz kleinen Beutel für zwei unterschiedliche Pilzsorten mitgebracht habe, hat sich unser Verkäufer vor positiver Überraschung fast nicht mehr eingekriegt.

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Ich kann grundsätzlich nach allen Obst- und Gemüsesorten fragen. Wenn sie etwas nicht da haben, bekomme ich immer eine ehrliche und ausführlich Antwort. Meist bringen sie einige Sorten nicht mit, weil sie grade keine Saison haben oder weil die Qualität einfach absolut nicht in Ordnung war. Einige Gemüsesorten bringen sie aus bestimmten Ländern bewusst nicht mehr mit, weil die Qualität oder der Geschmack wiederholt nicht in Ordnung war. Wenn ich etwas Spezielles haben möchte, merken sie sich das und versuchen es das nächste Mal dabei zu haben.

Saisonales und Regionales Einkaufen ist an unserem Marktstand auf jeden Fall möglich. Allerdings mache ich das nicht. Ich richte mich beim Kochen nach dem was die Kinder mögen. Außerdem kann ich mir nicht vorstellen, dass ich in allzu naher Zukunft vollständig auf Zitrusfrüchte verzichten möchte. Ich weiß, das mündet alles auf unserer Bequemlichkeit, aber ich bin auch nach wie vor der Meinung, dass zu viel Verzicht auf einmal nicht gut ist.

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Bioqualität bietet unser Marktstand nicht an. Sie haben mit Bioqualität schlechte Erfahrungen gesammelt und trauen den aktuellen Gütesiegeln noch nicht ganz. Ab den Frühlingsmonaten bieten sie jedoch unterschiedliche Gemüsesorten aus dem eigenen Anbau an. Zum Beispiel: Erbsen, Dicke Bohnen, Schnittbohnen, Salat, Karotten in unterschiedlichen Farben, Pastinaken, Rote Beete, Kürbis, weißen und grünen Blumenkohl, Weißkohl, Rosenkohl, Kürbis… Wir haben den ganzen Sommer über bis in den Oktober rein Kartoffeln aus ihrem eigenen Anbau gehabt! Das war echt toll! Im Moment haben sie keine eigenen Lebensmittel mehr. Aber das ist eben auch die Zeit, in der sich ein Großteil der deutschen Vorräte aufbraucht.

Als ich letzte Woche beim Markt war, kam eine ältere Frau an den Stand als ich grade ging und als sie mich und meine tausend Beutel sah rief sie: „Oh! Was für wunderschöne Einkaufstaschen!“ Das fand ich total schön. Sie war dann ganz enttäuscht, als ich ihr gesagt habe, dass ich sie im Internet gekauft habe. Damit kennt sie sich nämlich leider überhaupt nicht aus.

Weiter zum Bäcker

Mehrmals die Woche kaufen wir beim Bäcker frisches Brot und Brötchen. Beim Bäcker sind unsere Baumwollbeutel ebenfalls sehr beliebt. Allerdings gefallen mir unsere Routinen dafür noch nicht so ganz, außerdem haben einige unsere Beutel aufgrund des permanenten Gebrauchs inzwischen einige Flecken, die sich einfach nicht mehr rauswaschen lassen (und schon gar nicht auf umweltschonende Art und Weise). Natürlich sind alle unsere Beutel immer gewaschen und ich bügele auch alle immer (bis auf die Waschnetze, die sind nicht aus Baumwolle…), was sie ja auch zusätzlich noch desinfiziert. Aber wenn die Bäckereiverkäuferin den Beutel aufschlägt und diese voll Flecken ist (und dann am besten noch drei Leute in der Schlange warten) ist das nicht so schön.

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Darum wollte ich für unsere Bäckerbesuche noch einmal extra Beutel kaufen oder nähen, damit wir das besser trennen können.

Unsere Marktleute stören diese hartnäckigen Flecken übrigens nicht, da sie selbstredend ja sowieso schmutziges Gemüse reintun. Kennt ihr vielleicht ein wirksames Hausmittel gegen Flecken?

1 Kommentare

  1. Wie bei uns!!! Wir haben einen deutlich kleineren Haushalt und können wöchentlich zum unverpackt-Laden, aber sonst machen wir es wie ihr :)

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