Ketchup selbst gemacht: zerowaste!

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Wir haben einen sehr großen Ketchup Verbrauch in unserer Familie. Mein Mann und ich essen ehrlich gesagt selten Ketchup. Aber unsere Jungs wollen nicht ohne Leben. Da ich ja nun eine ganze Weile unsere Gewohnheiten beobachtet habe, kann ich nun mit Sicherheit sagen: Hierauf werden sie nicht verzichten. Und am schlimmsten daran: Sie haben sich auf zwei geschmacklich vollkommen unterschiedliche Sorten, zweier unterschiedlicher Hersteller eingeschossen. Die Sorte, die der Größere favorisiert hat, ist nicht ganz so die Umweltsünde. Man kann sie in Flaschen kaufen, die ja einigermaßen recycelt werden und hat dann nur noch mit dem Deckel ein Problem. Trotzdem: Im Monat fallen drei bis vier Flaschen an. Ich finde das nicht nachhaltig. Der Ketchup-Liebling unseres Kleinen ist nur in sperrigen Plastikflaschen zu bekommen.

Also, dann wollen wir heute mal Ketchup selber machen!

Zuerst dachte ich immer um all diese Tomaten-Produkte selber zu machen, bräuchten wir sooo viele Tomaten, dass der Aufwand in keinem Verhältnis steht. Zugegeben es ist recht teuer. Momentan halten wir es so, dass wir (da ich mir für die kommenden Wochen vorgenommen habe herauszufinden wie viele Tomaten wir allgemein (auch zum (Ein-)Kochen) für unseren Bedarf brauchen) jede Woche zwei Kilo Tomaten vom Markt mitbringen und ich ein Kilo davon einkoche. Dadurch fällt das eine Kilo extra Tomaten nicht so ganz auf. Die letzten Male habe ich zwei Tomatensoßen gekocht, in Schraubgläser gefüllt und tief gefroren. Ein anderes Mal hat mein Mann die Tomaten mit Zwiebeln, Zucker und Gewürzen in den Standmixer geworfen, alles durchpüriert und dann direkt vor dem Backen (ohne sie vorher zu kochen) auf einen frischen Pizzaboden gegeben (das war die leckerste vegane Pizza, die wir bisher gegessen hatten!).

Dieses Mal habe ich mir bei Chefkoch dieses Rezept heraus gesucht und (mit der Hälfte der Menge) nach gekocht:

Klein geschnittene Tomaten

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Zusammen mit den übrigen Zutaten – bei dem Essig habe ich Balsamico genommen, weil ich keinen normalen Essig da hatte. Ich hatte einen kurzen Impuls verspürt, meinen Mann während seiner Mittagspause einkaufen zu schicken, damit er nochmal eben neuen Essig holt, weil brauchen tun wir Essig ja immer. Aber das nächste Mal wollte ich endlich welchen unverpackt einkaufen und darum habe ich beschlossen, ganz zerowaste wie ich ja nun bin, das zu benutzen, was ich habe: Dunklen Balsamico-Essig. 😉 Senf, Ingwer und Piment habe ich rausgelassen.

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Die Tomaten müssen eine gute dreiviertel Stunde köcheln

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Nach der Kochzeit sehen sie so aus:

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Dann werden sie durch ein Sieb gestrichen

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und zurück in den Topf gegeben.

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Nun soll die Tomatenmasse bei niedriger Temperatur noch eindicken. Ich habe sie bei Stufe Vier noch eine halbe Stunde auf dem Herd gelassen.

Dies hier ist, was von den Tomaten im Sieb zurück bleibt:

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Diesen Rest habe ich auf Brot gegessen. War sehr lecker!

Ich habe für das Kleinschneiden circa fünf Minuten gebraucht, ebenso fünf Minuten, um die Tomaten durch das Sieb zu streichen. Die Gläser ausspülen, dauert vielleicht auch fünf Minuten (wenn man ganz ordentlich ist). Dann abfüllen und kurz auf den Kopf stellen. Das wars schon. Diese Aktion lässt sich gut einbinden, wenn man sowieso grade in der Küche zu tun hat. Aus dem angegebenen Kilo Tomaten habe ich irgendwas um die 300 bis 400ml Ketchup heraus bekommen.

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Super wenig Aufwand – und total lecker! Die Kinder mögen es! Supi! (Aber sie haben mir auch klar gemacht, dass sie den „normalen“ Ketchup immer noch lieber mögen… :/ ) Ich hoffe wir können auf diesem Weg langsam den alten Ketchup durch den neuen Selbstgemachten austauschen…

Achja, und der Balsamico macht sich super in dem Ketchup! (Der Ketchup wird durch den Balsamico etwas dunkler.)

P. S.: Laut der Online-Version des Duden sind die zulässigen Artikel für Ketchup „der“ oder „das“ 😀 .

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