Das Gartenjahr 2016 – der Anfang

Der vegane Garten

Wir gärtnern inzwischen seit ungefähr sechs Jahren, also seit wir hier leben bzw. wieder leben (ich bin ja hier aufgewachsen und dann ausgezogen). Allerdings waren wir damit bisher nicht allzu erfolgreich. Wir haben meist viel zu spät im Jahr begonnen und es funktionierte bei uns auch nur die grobe Saat, also Bohnen, Erbsen, Mais, Kartoffeln. Feinsaat ist uns immer im Unkraut verschwunden. Und von der Grobsaat haben wir nie genug gesät, dass es wirklich für mehr als kleine Beilagen-Portionen gereicht hätte.

Zudem kommt auch, dass unser Obergartner (mein Vater, seines Zeichens Gärtner sein Leben lang) uns immer wieder gepredigt hat, dass wir die Fläche, die uns zur Verfügung stand, gar nicht richtig ausnutzten und dass wir die Gartensaison viel früher starten müssten, damit wir mit Fruchtfolgen arbeiten können. Außerdem sollte ich mir die Zeit nehmen und mindestens einmal die Woche jäten, jäten, jäten, damit ich endlich Herrin über Quäke und Giersch werde! Ja Papa, du hast so recht.

Das war einfacher gesagt als getan. Das Stück Garten, das wir beackern lag ungefähr dreißig Jahre brach und davor ist es Weideland für Schweine gewesen. Hier ist nie gedüngt oder gespritzt worden. Dieser Boden kennt keine Chemiekeule! Was wirklich großartig ist, weil hier dadurch wirklich alles enorm wächst. Natürlich wächst dadurch aber auch das Unkraut enorm… -.- Und da ich mir in den vergangenen sechs Jahren mehr Zeit für die Kinder genommen habe, kam eben weniger Ernte bei rum… So einfach ist das.

Inzwischen sind die Kinder älter geworden und ich muss nicht mehr alle fünf Minuten den Spaten fallen lassen, um hinter dem Jüngsten hinterher zu rennen. Letztes Jahr haben wir bemerkt, dass wir den Garten bereits sehr gut im Griff hatten. Ich konnte mehr jäten, wir hatten endlich mehr Erträge und am Ende haben wir uns gedacht: Mensch hätten wir bloß dies Jahr früher damit angefangen! Aber das konnten wir ja vorher nicht wissen.

Für dieses Jahr stand also fest: Wir fangen wenn möglich schön im Januar an. Tja und dann kam doch wieder alles anders.

Unser Hausbau ging ganz plötzlich in eine extrem intensive Phase. Wir verbrachten jede freie Minute des Januars und des Februars am bzw. im Haus und als ich mich endlich wieder meinen Gartenblogs widmen konnte musste ich feststellen, dass alle ihre Gartensaison bereits ohne uns gestartet hatten! Wäääääh!!!

Zufällig hatte Felix einen Tag frei und den nutzten wir, um den ersten Schwung Samen für unsere Frühkultur zu organisieren (leider aus dem Supermarkt, absolut nicht Bio…) und unseren Kompost zu bearbeiten. Wir bzw. Felix schaffte es sogar das erste Beet umzugraben und ordentlich Kompost und altes Stroh unterzuheben.

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Dieses Beet hatten wir erst im letzten Jahr begonnen zu bearbeiten. Vorher war es ein Blumenbeet, mit Tausenden von gelben Narzissen, einer extrem wuchernden Königskerzenart und hohem Salomonsiegel. Alle drei wunderschön! Aber sie wuchsen da nicht ganz so gut. Wir hatten Ableger vom Salomonsiegel und der Königskerze bereits in den vergangenen Jahren an anderen Stellen im Garten verteilt und von den Narzissen soviele Zwieblen wie wir finden konnten ausgegraben und woanders hin gesetzt. Außerdem steht am Rande des Beets unser heiß geliebter Pflaumenbaum. Leider mussten wir ihn ganz massiv kürzen, weil wir überhaupt nicht mehr an die Pflaumen ran gekommen waren. Er war viel zu hoch geworden. Wie gesagt, der Garten auf dieser Seite des Grundstücks wurde sehr lange nicht bearbeitet. Wir werden allerdings auch dieses Jahr keine Pflaumen ernten, weil wir ihn noch ein- oder zweimal kürzen werden müssen. Er trägt normalerweise massenhaft Pflaumen! Und wir hoffen, dass er sich im Laufe der Zeit gut berappeln wird.

Im letzten Jahr hatten wir in diesem Beet zwei Reihen Kartoffeln gesetzt. In diesem Jahr soll es unser Frühbeet sein. Nachdem Felix es so gut umgegraben hatte, musste ich das Beet wieder eine Woche liegen lassen (Kinder krank). Ich habe es jedoch zum Glück geschafft noch dreimal gründlich durch zu harken. Es ist wirklich noch extrem viel Wurzelwerk raus gekommen vom Salomonsiegel, und vor allem von Quäke und Giersch. Die Zeit habe ich genutzt um noch mal den nächsten Schwung Saat im Internet, diesmal bei einem Bio-Versand-Handel, zu bestellen.

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Beim Gärtnern hatte ich die ganze Zeit Gesellschaft!

Gestern ging es dann endlich los. Ich habe zwei Stunden lang erst wieder das Beet durchgeharkt und noch mehr Unkraut raus geholt, alles grade gemacht, die Beetbegrenzung befestigt und endlich die erste Saat gesetzt! Juhuuuu!

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So ein unscheinbares Foto! Dabei habe ich so lange gebraucht, bis der Boden eine einigermaßen einheitliche Höhe hatte (das Beet war hinten, also an der langen Betonkante immer viel höher gewesen als vorne) und der Großteil des alten Wurzelwerks raus war…

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Und hier noch einmal von der anderen Seite

Wir haben hier nun in den langen Reihen: 2x Spinat nebeneinander (eine Reihe davon habe ich ganz durchgezogen), roter Rettich, Steckzwiebeln, eine Sorte Karotten, Steckzwiebeln, eine andere Sorte Karotten, wieder Steckzwiebeln und nochmal Karotten.

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Endlich fertig!

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Hier kann man den Stamm der Pflaume ganz gut erkennen. Sie steht hier schon seit ich ein Kind war… <3

Im hinteren kleinen Eck des Beetes habe ich zwei kurze Reihen Feldsalat und zwei kurze Reihen Kopfsalat. Und im vorderen Eck des Beetes habe ich Ringelblume gesetzt. Im hinteren Eck des Beetes liegt sehr viel Wurzelwerk von der Pflaume. Wir haben zwar das Beet insgesamt bereits stark angehoben (und werden es jedes Mal wenn es wieder leer ist weiter mit Mulch, Kompost und eventuell noch zusätzlicher Erde weiter anheben), aber vorsichtshalber haben wir die Salate dorthin gesetzt. Die wurzeln nicht so tief und müssen sowieso umgesetzt werden, wenn sie groß genug sind. Danach werden wir dort Tagetes aussähen.

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Die Saat-Rille für den Feldsalat. Direkt dahinter ist bereits der Pflaumenbaum

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Hier mit Saat. Was da so überall durch die Erde ragt, ist das Stroh.

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Zwei kurze Reihen Feldsalat, zwei kurze Reihen Kopfsalat und eine lange Reihe Spinat. Dazwischen (an dem krummen Ast, der da im Beet liegt, habe ich drei Zwiebeln gesteckt, die in unserer Zwiebelkiste frech fröhlich das Keimen gestartet haben… :) )

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Die Vorbereitung für die Spinatreihen

Als Fruchtfolge auf die Karotten und den Spinat werden wir vermutlich Zuckererbsen sähen, da wir von Zuckererbsen nach Meinung der Kinder noch nie genug hatten… Sie streunern im Sommer immer durch die Erbsenbeete und futtern die ganz jungen kleinen Erbschen direkt vom Busch (Planschbecken, Erbsenbeet, Planschbecken, Erbsenbeet, „MAMA!!! Es sind gar keine Schoten mehr am Busch!!! Ihr sollt mehr pflanzen!“ 😀 ). Übrigens machen das nicht nur meine eigenen Kinder, auch die Besucherkinder sind begeistert von frischen Erbsen. Im letzten Sommer haben meine Kinder dann entdeckt, dass ihr Opa immer Karotten in seinem Gemüsebeet hat und dass Karotten ja auch super einfach zu ernten sind. Und vor allem die jungen kleinen Karotten sind mindestens so köstlich wie junge Erbsen. Seither ist der Garten meines Vaters auch nicht mehr sicher. 😀

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Mr. Regenwurm war auch dabei ;)

Letzte Woche habe ich übrigens zwei Schalen mit Kartoffeln auf die Treppe vors Fenster gelegt, damit sie schon mal keimen können.

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Besonders groß sind die Keime noch nicht, aber es sind welche da. Sie liegen erst seit vier Tagen dort.

Außerdem habe ich in einer Schale auf der Fensterbank Salatrauke und die ersten Tomaten gesät.

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Links die Salatrauke und rechts die Balkontomate.

Die Tomaten (Sorte: Balkontomaten) haben leider noch nicht gekeimt. Die Salatrauke wollte ich gar nicht haben. Die habe ich echt versehentlich gekauft (ich kann mich nicht so gut konzentrieren, wenn ich die Kinder mit zum Einkaufen nehme… 😀 ) noch dazu mit Saatband. Wenn es geht versuche ich Saatbänder zu vermeiden, da ich damit noch nie Erfolg hatte. Wirklich noch nie! Es ist höchstens ein einziges Pflänzchen entstanden. Aber gut, nun hatte ich sie da…. Sie haben alle gekeimt und sie wachsen wie verrückt dem Licht entgegen. Ich wünschte die Tomaten würden sich genauso verhalten. Naja, dann gibt’s dieses Jahr eben mehr Salatrauke… 😉

Hier zeige ich euch nochmal was wir alles an Saatgut organisiert haben:

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Die Sortierung erfolgte im Bild nicht nach Pflanzengattung sondern nach Aussaat-Termin

Aus dem Supermarkt:

  • Dill
  • Spinat
  • drei Sorten Karotten (alle drei sind jetzt im Boden)
  • Feldsalat
  • Kopfsalat
  • Pflücksalat
  • Schnittsalat
  • Rote Rüben
  • Zucchini
  • gelbe Zucchini
  • Steckzwiebeln
  • Porree
  • und Sonnenblumen für den Großen

Vom Bioversandhandel Bingenheimer Saatgut:

  • Patisson Kürbis (weiß und flach)
  • Hokkaido
  • Staudensellerie
  • schwarze Kirschtomate
  • Einlegegurken
  • Zuckermais
  • Grünkohl
  • Buschbohnen
  • Zuckererbsen
  • Pastinaken
  • Blumenkohl
  • Kohlrabi
  • Frühlingszwiebel
  • Mairübe (bzw. Herbstrübe)
  • Schwarzwurzel
  • Und als Dankeschön für unsere Bestellung haben wir noch ein Saattütchen mit Ringelblumen dazu bekommen

Aus unserem eigenen Vorrat:

  • Feuerbohnen
  • schwarze Stangenbohnen (sehen ganz normal aus, bloß die Frucht ist dann schwarz)
  • noch mehr Zuckererbsen
  • Mais
  • Stockrosen
  • Löwenmäulchen
  • Kapuzinerkresse

Edit 14.03.2016: Wir haben noch einige Samen nach gekauft. Einiges fehlte ja noch und als ich dann die Angebote der Versand-Anbieter durch ging, kam noch das Eine oder Andere dazu, was eigentlich gar nicht geplant war und so habe ich ganz un-zerowaste-mäßig viel zu viel organisiert… -.- Das ist jetzt wirklich das Erste Mal, dass ich befürchte, nicht genügend Platz im Garten zu haben. Aber mal sehen. Wir wollen ja dieses Mal mit Fruchtfolgen arbeiten. Vielleicht passt es ja doch ganz genau…

Wir haben von Bioland Hof Jeebel bestellt:

  • Baldrian
  • Radieschen
  • Großblättrige Kresse
  • Kultursauerampfer
  • Tomate Rio Grande
  • Pfefferoni Sarit gat
  • Paprika Dulce Italiano
  • Kerbel
  • Mooskrause Petersilie
  • Kartoffel: Blauer Schwede
  • Sommerblumenmischung: Elfengarten
  • Edelwicke
  • Dahlia Hortensis
  • Wildblumenmischung, Saumkräuter feucht
  • noch mehr Lauchzwiebel Ishikura Long White (die erste Tüte habe ich bereits aufgebraucht)
  • Großblättriger Basilikum
  • Roter Basilikum
  • Rotkohl: Rotkraut Amarant
  • Rosenkohl Groninger
  • Wirsingkohl: Smaragd
  • Akelei Snowflake
  • Kapuzinerkresse rankend
  • Elfenspiegel
  • Blühpflanzenmischung: Bienenweide
  • Zuckermais
  • Grünkohl: Lerchenzungen
  • Asia-Gemüse: Grün im Schnee (für Pflanzung im Herbst)
  • Bartnelke
  • Brunnenkresse
Außerdem haben wir noch aus dem Baumarkt geholt:
  • Zuckermais
  • Sojabohnen
  • Stangenbohnen: Quedlinburger Speck (grüne Sorte)
  • Stangenbohnen: Blauhilde (blaue Sorte)
Das klingt nicht nur nach total viel, das ist auch total viel. Warum wir jetzt nochmal so viel gekauft haben? Also wir sind im Kopf immer wieder die vergangenen Gartenjahre durch gegangen. Die beiden Hauptgründe, aus denen wir bisher nie mit Fruchtfolgen gearbeitet haben, waren die, dass wir erstens natürlich ständig hinter den Jungs her waren. Aber zweitens, wenn ein Beet abgeerntet war, hatten wir auch kein Saatgut, bzw. keine herangezogenen Pflanzen da, die wir direkt im Anschluss hätten setzen können. Dieses Jahr möchten wir gerne bis in den Winter hinein ernten. Wir dachten da vor allem an die Kohlsorten und winterfeste Salate. Außerdem hatten wir beispielsweise von Bohnen und Erbsen nie genug gehabt und grade diese haben die Kinder unheimlich gern aus dem Garten gegessen (fertige Bohnen aus dem Supermarkt oder auch Frische vom Wochenmarkt essen sie nicht). Und – was wirklich ärgerlich war: Manchmal ist in einem Beet gar nichts gekommen und wir konnten nicht schnell genug reagieren, weil eben nichts da war. Darum haben wir uns dieses Jahr regelrecht mit Saattütchen eingedeckt, so können wir umgehend die leer gewordenen Beete wieder bestücken, ob die Saat nun nicht aufgegangen ist, die Vögel sie weg geräubert haben oder alles abgeerntet ist.
Wir werden sehen was kommt.
Habt ihr auch so viel geplant? Was steht für euch dieses Gartenjahr an? Gibt es etwas worauf ihr euch sehr freut? Würde uns total interessieren!
Edit: Ende!
Das ist bereits sehr viel, allerdings werden wir vermutlich noch einige Stangenbohnen dazu kaufen und wir haben auch noch nicht genügend Kartoffeln. Bisher habe ich von unseren Speisekartoffeln einige abgezweigt. Wir haben bisher immer nur Speisekartoffeln verwendet. Aber wir hätten dieses Jahr auch gerne einige bunte Kartoffeln und noch eine späte Sorte. Uns fehlt auch noch Rosenkohl. Den brauchen wir auf jeden Fall! Wir haben den ganzen Herbst und Winter über immer wieder mal zwei bis drei Handvoll Rosenkohl aus dem Garten geholt. So lecker! Außerdem kann ich noch nicht planen wie der Herbst verlaufen wird. Ich kann mir vorstellen, dass wir über das Jahr hinweg hin und wider Salate nachkaufen werden.
Es wird Müll anfallen. Auf jeden Fall. Wir haben im vergangenen Jahr solche Probleme mit Raupen gehabt! Hauptsächlich Kohlweißlig, aber auch andere Sorten. Unser ganzer Kohl war völlig zerfressen. Den werden wir dieses Jahr vollständig abdecken müssen. Das bedeutet, dass wir Fleece kaufen müssen. Ich bin am überlegen wie wir das managen wollen. Ob ich die nicht kompostierbaren Gartenabfälle regulär in die Mülltonne bzw. in den gelben Sack gebe oder ob wir den Müll doch sammeln wollen, um im November eine Bilanz zu ziehen. Ich weiß es noch nicht. Wir könnten die Verpackung natürlich auch gleich im Baumarkt lassen. Oder wenn wir Glück haben, finden wir jemanden, der uns diese Abdeckungen als Meterware verkauft. Mal sehen. Wenn wir ihn haben, werden wir ihn natürlich jedes Jahr wieder verwenden, solange wie möglich. Aber das ist natürlich nicht das Einzige: Die Samentütchen sind eine Katastrophe für sich… Wir werden dieses Jahr noch mehr eigenes Saatgut sammeln.
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Diese junge Dame fand ich beim befestigen der Beetbegrenzung. Erster Frühlingsgruß in der Wohnung! :)

Wir haben einen wunderschönen Tag im Garten verbracht. Die Sonne hat so wunderbar geschienen und nach all den düsteren Schietwetter-Tagen des bisherigen Winterverlaufs hat es echt gut getan mal soviel Sonne und frische Luft zu tanken. Die Kinder haben sich natürlich ordentlich ausgetobt und mir fleißig beim Harken geholfen. Und Felix hat sich intensiv dem Hausbau gewidmet.

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