Gedanken zum Osterfest

WP_20160321_10_18_56_Pro

Also das ist kein Oster-Special! Ich habe keine super Brunch-Ideen, tolle Bastel-Anleitungen oder sonst was. Aber ich habe eine Familie, die sich jedes Jahr zum Oster-Sonntag bei meinen Eltern trifft. Da wir mit meinen Eltern sozusagen in einem Haus leben, können wir dem nur entgehen, wenn wir über Ostern in Urlaub fahren… 😀

WP_20160321_10_13_40_Pro

Es ist nicht ganz so schlimm wie es sich anhört und eigentlich mochte ich Ostern auch immer ziemlich gern. Meine Schwestern und ich hatten uns einen Heiden-Spaß daraus gemacht tausende von Schokoladen-Eiern in dem riesigen Garten meiner Eltern zu verstecken und die Kinder dann suchen zu lassen. Die Kleinen waren natürlich super begeistert! Aber dann wurde es immer anstrengender: die Kinder waren ständig eifersüchtig auf die Geschenke die sie bekommen hatten, dann bekam unser Großer die Laktose-Intoleranz und konnte die Eier nicht mehr essen, dann lebten wir ganz vegan… Und hauptsächlich wegen der Sache mit den Geschenken und dem Eiersuchen (die Kinder mochten so viel Osterschokolade auch überhaupt nicht, von der Laktose-Intoleranz mal ganz abgesehen) einigten wir Schwestern uns darauf, das Suchen jeweils zu Hause zu veranstalten, bevor wir uns bei den Eltern trafen.

Was genau verstecken wir jetzt eigentlich für die Kinder?

Inzwischen muss ja alles nicht nur vegan, sondern so gut wie möglich auch zerowaste sein. Da gab es zwei Dinge, die ich über Weihnachten bzw. während der gesamten Weihnachtszeit noch getestet habe: Was mögen die Kinder eigentlich? Vor allem in Bezug auf den Süßkram. Und wie wenig Geschenke sind ok? Wir haben fest gestellt, wie oben schon erwähnt, dass die Kinder nicht so auf Weihnachtsschokolade stehen. Das betrifft nicht nur die Weihnachtsschokolade sondern eben auch die Oster-Süßigkeiten. Egal ob es die gängigen Kuhmilch-Produkte von Milka, Lindt und Co. waren und egal ob sie billig oder hochwertig waren. Dann testeten wir das alles noch mal in veganer Variante aus. Aber: Fehlanzeige! Alles was thematisch mit Weihnachten (oder Ostern) zu tun hatte, haben meine Kinder nicht gegessen. (Meine omnivor lebenden Neffen übrigens auch nicht, die uns sonst wirklich alle Süßigkeiten-Reste dankbar abnehmen.)

Selbstgemachtes kam auch nicht gut an. Ich habe es über die Jahre mit selbst gebackenen Keksen versucht, selbst gemachten veganen Pralinen, Schoko-Knusper-Hügeln, Pfefferminzpralinen… Alles! Ich habe wirklich alles ausprobiert. Es wird nicht gegessen. Und sie haben sich am Ende sogar nicht mal mehr drüber gefreut! Im Adventskalender hatten wir dann was anderes ausprobiert: Wir haben diesen, trotz unseres Zerowaste-Lebensstils, hauptsächlich mit lauter einzeln verpackten Kaugummis, Lollies und Geld bestückt. Und das hat einigermaßen geklappt.

Also ist Ostern unser nächstes Experiment! Es gab zwischenzeitlich wieder einige Wünsche, die die Kinder geäußert hatten. Der Große wollte gern eine zweite Engelbert Strauß Arbeitshose (ist hier draußen grade der letzte Schrei, alle Kinder tragen sowas… ^^) und eine neue Pokemon-DVD. Und der Kleine hatte sich zwei „Bob der Baumeister“ DVDs gewünscht. Die DVDs haben wir alle gebraucht unter zwei Euro bekommen, ich glaube die Bob DVDs sogar unter einem Euro. Die Hose haben wir auch gebraucht bekommen. Allerdings für den normalen Preis. Das ist bei diesen Hosen so, die halten so gut, dass sie auch nach intensiver Nutzung durch Kinder noch wie neu wirken. Allerdings hatte ich Anfang des Jahres bereits einmal direkt beim Hersteller neu bestellt und alles kam so aufwändig verpackt an…. Wie bei Otto! Ich hatte mit einer Freundin, die für ihren Mann und ihre Kinder auch was brauchte, zusammen bestellt und hab ihr dann gleich den ganzen Verpackungsmüll da gelassen. Und dreimal dürfen wir raten was ich noch erhalten habe? Ich bekomme jetzt regelmäßig den neuen Katalog zugeschickt. Darum kann ich mich nun auch noch kümmern. Also dort direkt bestell ich nicht noch mal!

Fazit: Second Hand kaufen ist immer der bessere Weg!

Ich wusste, dass das alles passiert. Und ich ärgere mich jetzt so. Ich habe das nur getan, weil mir hier ein Erstklässler mit leuchtenden blauen Augen und wallendem blonden Haar erklärt hat, wie wichtig es für ihn ist, wenn er eine ganz niegelnagelneue Engelbert-Strauss-Hose bekommt, weil ja alle seine Freunde auch so eine haben. Also nach diesem ganzen Verpackungstheater, habe ich mir meinen Nachwuchs geschnappt und ihm Folgendes klar gemacht: Sollte er sich tatsächlich zu Ostern eine weitere dieser Hosen wünschen (die natürlich auch zum größten Teil nicht aus natürlichem Material besteht – ist ja auch eigentlich klar, sonst würden sie ja auch niemals so lange halten…), kann er ganz getrost davon ausgehen, dass seine Mutter vorher ein ganz ernstes Wort über Verpackung und den Nutzen von second-hand-Kleidung mit dem Osterhasen führen würde. Daraufhin hat er gelacht und gesagt: „Hauptsache, die nächste Hose ist braun.“ Soviel dazu.

Ich erinnere mich daran, dass ich um die Weihnachtszeit einige Diskussionen bezüglich Geschenke und Verpackungen auf Zerowaste-Blogs und auch bei Instagram gelesen habe. Einerseits wird ganz deutlich gemacht, das man davon ausgehe, dass Kinder schon für alles Verständnis haben und dass Eltern sich eben einfach durch setzen müssten in punkto weniger Geschenke. Ich habe da ganz oft das Gefühl, dass das Kommentare von Usern sind, die keine Kinder haben. Es hat sich viel getan und es hat sich viel geändert. Die Kinder (beide!) achten inzwischen so sehr darauf keinen Müll mehr zu verursachen und wenn doch Müll entsteht, dann fragen sie ganz genau, wie er entsorgt werden soll und wenn sie neues Spielzeug haben wollen, ist es für sie ok, wenn wir gebrauchte Varianten aus dem Internet raussuchen. Aber einen Osterhasen, der keine Eier und keine Geschenke bringt – das werden sie nicht akzeptieren.

Nach Weihnachten hat der Große mich immer wieder gefragt warum der Weihnachtsmann dieses Jahr so wenig Geschenke gebracht hatte. (Wir hatten pro Kind drei Geschenke fest gelegt und vom Rest der Verwandtschaft hatten sie Geld bekommen.) Er hat sich sehr über seine Sachen gefreut und vor allem auch über das Geld. Aber es hat ihn insgesamt sehr beschäftigt. Darum haben wir uns darauf geeinigt erstmal nichts weiter am Konsum-Verhalten unser Kinder zu ändern.

Wiederverwendbare Eier!

WP_20160321_08_20_29_Pro

Unsere leicht dezimierte Blech-Eier-Sammlung

Im Verlaufe der vergangenen Oster-Feste habe ich immer wieder mal solche Blech-Eier, die es hin und wieder mal mit unterschiedlichen Füllungen gibt, einbehalten. Diese verwenden wir nun immer wieder. Inzwischen sind mir wieder einige abhanden gekommen, aber fünf sind noch da. Außerdem habe ich letztes Jahr in meinem ersten begeisterten Anflug von Zerowaste-Gefühlen sechzehn befüllbare Ostereier aus Holz gekauft. Ich kann sie leider grade nicht finden, ich wollte euch eigentlich ein Foto davon zeigen. Ich hoffe sie tauchen bis Ostern wieder auf! 😀 Ich finde diese Eier zwar sehr schön. Aber sie hatten zwei ganz großes Mankos: Sie wurden aus Großbrittannien versandt und sie waren dreimal verpackt: ein großer Karton, in dem vier kleine Kartons waren, in denen jeweils ein großer zugeschweißter Plastikbeutel mit vier Eiern enthalten war. Ohne Worte!

Wer noch auf der Suche nach befüllbaren Ostereiern ist, kann ja mal bei Olga und Gregor vorbei schauen. Die bieten in ihrem neuen Zerowaste-Versand-Shop befüllbare Papp-Ostereier an und achten natürlich darauf sie so umwelt- und zerowaste-freundlich wie möglich zu versenden.

Diese unterschiedlichen Eier werden wir mit Süßigkeiten vom Unverpackt-Laden befüllen, auf die sie total stehen. Den ersten Schwung hat Felix bereits mit gebracht: Vegane Gummibärchen und Schokoladenplättchen. Eventuell kaufen wir noch etwas nach. Außerdem werden wir die Eier noch mit Geldstücken befüllen. Alles was nicht in die Eier passt, werden wir in unsere kleinen weißen Baumwoll-Einkaufsbeutel füllen.

Osterdeko?

Ich habe nicht annähernd so viel Oster-Deko wie Weihnachts-Deko, dennoch hat sich über die Jahre was angesammelt. Wir haben eine Kiste voll mit Plastik-Eiern (groß, klein, ganz klein, bunt, gepunktet, klassisch bemalt) für draußen und eine Kiste voll mit selbst verzierten Eiern. Hauptsächlich sind es Styropor-Eier, aber wir haben tatsächlich noch einige echte Hühner-Eier gefunden! Die müssen noch aus der Zeit stammen, bevor wir vegan lebten. Ich hatte damals immer mal ein paar Eier ausgeblasen und sie mit dem Großen angepinselt.

WP_20160321_10_18_39_Pro

Das pinke Ei ist eines unserer alten Hüher-Eier! Mindestens vier Jahre alt-zumindest lebe ich seit vier Jahren vegan und habe seither keine Eier mehr ausgeblasen…

In der Schule und im KiGa ist Ostern ein mindestens genauso großes Thema wie Weihnachten und dadurch bekommen wir jedes Jahr das eine oder andere Osterzeugs dazu. Mal Fensterbilder, windschiefe Osterhasen aus Tonpapier oder eben noch mehr bemalte Eier. Wir bewahren die Sachen für die Kinder auf. Ich finds total niedlich, wenn sie sich so darüber freuen, dass sie uns was Hübsches fürs Fenster gebastelt haben.

Seit wir unsere Sitterin haben, bekommen wir zu Ostern und Weihnachten noch zusätzliches Bastelzeug von den Kindern. Ich denke das ist einfach ein Thema, dass man akzeptieren muss. Kinder sollen sich in ihrer Entwicklung kreativ ausleben und da gehört das Arbeiten mit Papier einfach dazu. Wenn die Kinder Eier zum Bemalen mitbringen sollen (KiGa und Schule), gebe ich ihnen immer wieder eine Tüte voll mit Styropor-Eiern mit. Allerdings kommt sie immer wieder ungenutzt zurück nach Hause. Die Jungs wollen gerne die echten Hühner-Eier bemalen und fragen sich so lange durch, bis sie welche von den anderen Kindern abbekommen. Ich hatte deshalb ernsthaft schon überlegt, ob ich ihnen welche ausblase und meinen Eltern dann das Innenleben fürs Abendbrot rüber gebe. Aber allein der Gedanke daran löst bei mir Brechreiz aus. Sorry Jungs…

WP_20160321_08_13_12_Pro

Unser quietschbuntes Oster-Sammelsurium – vor vier Monaten war die Baumwurzel, um die herum wir die Eier drapiert haben, übrigens noch eines unserer Weihnachtsgestecke.

Also insgesamt haben wirs nicht so mit Oster-Deko. Aber die Kinder finden das toll und was wir haben, das nutzen wir auch. Allerdings kümmern sich die Kinder meist völlig allein um die Dekoration. Und allen gefällt das so… :)

Tja und das wars.

Um das Osterbrunch brauche ich mich selten kümmern. Der Gastgeber kann sehr gut vegan kochen. Es gibt fast immer zwei Suppen, ein Fleischragout und manchmal noch einen Osterbraten. Außerdem natürlich einen Eiersalat, Platten mit Wurst, Käse und Fisch und noch etwas Gemüse. Seit Veganer dabei sind, ist eine Suppe vegan, es gibt noch etwas mehr Gemüse und eine vegane Platte. Hin und wieder steuern wir nur noch einen Tofu-Salat oder einen Aufstrich oder einen Kuchen dazu bei. Ich habe noch einen etwas größeren Hasen-Ausstecher im Schrank. Vielleicht mache ich uns damit kleine Hefekuchen… Das wird wohl eine spontane Aktion…

Felix und ich hatten mal überlegt, ob wir unsere eigene Ostertradition mit einem speziellen Frühstück beginnen wollen (das Brunch ist immer erst gegen elf). Oder besser gesagt: Ich hatte das überlegt. Felix kennt sowas gar nicht, weil in seiner Familie nie Wert auf die ganze Oster-Tradition gelegt wurde. Und ich finde das auch eigentlich gar nicht so schlecht. Allgemein finde ich, feiern wir sowieso viel zu viele Feste… Vermutlich werden die Kinder sowieso den ganzen Morgen Süßigkeiten futtern. Also werde ich mir keine große Mühe machen. :)

Falls jemand noch auf der Suche nach Inspirationen ist, habe ich hier noch einige Links zum Thema Ostern zusammen gesammelt:

  1. Auf Stinas Blog veganpassion findet ihr ganz viele sehr schöne Ideen zum Thema Ostern.
  2. Dies hier ist ein sehr schöner Artikel zum veganen Oster-Thema.
  3. PETA’s Osterartikel
  4. Ausversehen vegane Oster-Osterartikel. Leider nichts Unverpacktes dabei und außerdem mögen meine Kinder nichts davon (alles schon getestet… ^^)

Vielleicht raffe ich mich noch mal zu einem Oster-Rezept am Donnerstag auf. Mal sehen. Aber das ist absolut kein Versprechen… 😉

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *