Ostern II: Der Bericht

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Jetzt ist Ostern vorbei und ich möchte noch einmal nachfolgend unsere diesjährigen Erfahrungen mit einem vollkommen zerowaste und veganen Osterfest schildern. Und es tut mir leid, dass dieser Artikel so spät kommt. Felix und ich haben in letzter Zeit wegen des Hausbaus so selten Zeit beide mit den Jungs zusammen zu sein, dass wir das Oster-Wochenende ordentlich ausgenutzt haben. Darum kommt der Oster-Bericht nun drei Tage später. Sorry.

Der Ostermorgen: Eier und andere Kleinigkeiten!

Wie geplant haben wir die Holz-Eier (jeah, wir haben sie wieder gefunden! 😀 ) und die paar Metall-Eier (vermutlich ist es eher Aluminium), die wir noch hatten mit unterschiedlichem Süßkrams befüllt. Und zwar waren das die Bärchen, die Tropic Fruits und die sauren Worms vom Unverpackt Kiel. Alle drei Sorten sind vegan. Als ich dann morgens um fünf Uhr aus der Haustür trat war es stockfinster. Also drehte ich mich wieder um, stiefelte ins Schlafzimmer und weckte Felix ziemlich unsanft. Völlig verschlafen stapfte der Ärmste dann mit dem Handy und aktivierter Taschenlampen-App im kalten Morgendunst vor mir her durch den Garten. Ich verteilte fleißig die Eier. Außerdem haben wir vom Unverpackt-Kiel auch noch einen Beutel Pistazien im Garten versteckt. Zusätzlich lagen im Garten Beutel mit Geschenken: Eine braune Engelbert-Strauß-Hose und ein Pokemon-Flim für den Großen und zwei „Bob“-DVDs für den Kleinen. Alles gebraucht erstanden.

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Ich und der Kleine beim Eier-Sortieren. Ich habe natürlich nicht meine Sonntags-Klamotten an, ich war grade nochmal eingeschlafen als die Kinder wach wurden und lautstark am Fenster die Ostereier unten im Garten zählten…

Der Oster-Brunch mit der Familie

Der Gastgeber des Osterbrunchs ist ein sehr guter veganer Koch, wenngleich er auch nie seine veganen Kreationen selber probiert. Schade eigentlich, aber er ist und bleibt DER Anti-Veganer. 😀 Es gab eine Tomaten-Suppe, Reis, eine kleine vegane Wurst-Platte, frisches Brot, einen kleinen Tomaten-Salat, einen frischen selbstgemachten veganen Farmer-Salat und einen veganen Waldorf-Salat (mit den letzten eigenen Walnüssen vom vergangenen Herbst!). Ich habe noch ein Risotto, eine Portion scrambled Tofu und einen Käsekuchen mit Wildfrüchten dazu beigesteuert… Für den Käsekuchen hatte ich Naturjoghurt von Alpro im Plastikbecher und einen Tofu verwendet. Die Wildfrüchte kamen aus der Tiefkühlabteilung unseres Supermarktes in Karton verpackt. Damit war der Käsekuchen nicht zerowaste.  :( Er war aber von Herzen von den Kindern gewünscht gewesen. Ich habe schon seit längerem den Sojadrink in der Pfandflasche vom Unverpackt-Kiel hier stehen und wollte endlich mal ausprobieren daraus Soja-Joghurt selber zu machen. Allerdings habe ich die Joghurt-Kulturen erst vor einer Woche bestellt und sie waren nicht rechtzeitig vor Ostern da. Als sie dann ankamen, war ich doch sehr überrascht wieviel Verpackung man um so ein kleines Produkt wickeln kann. Aber dazu dann später mehr, wenn ich vom Joghurt-Machen berichten werde…

Insgesamt war dann doch zu viel veganes Essen da. Aber obwohl wieder einige Veganer-Sprüche fielen, wurde das vegane Essen diesmal ohne Vorbehalte von vielen, nein, nicht getestet, sondern ganz selbstverständlich richtig mit gegessen. Vor allem der Käsekuchen fand regen Anklang. (Dieses Selbstverständnis hat ungefähr vier Jahre gebraucht um sich zu setzen. 😉 ) Ich war sehr froh über alle Reste, da Felix und ich für den Oster-Montag einen Überraschungs-Tag mit den Kindern geplant hatten und ich keine Zeit (und auch keine Lust mehr) zum Kochen hatte.

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Am Abend packte ich dann die Taschen für den Ausflug. Eine Tasche mit Stoffwindeln und Wechselklamotten, unseren Beutel mit Edelstahlbehältern, Stoffservietten und Edelstahl-Strohhalmen, den wir immer für Restaurant-Besuche nutzen und noch eine Umhängetasche mit Wasserflaschen, Äpfeln, einem kleinen Beutel voll Naschies und ein paar Trockenfrüchten.

Der Ostermontag: Ein Tag für die Kinder

Eigentlich hatten wir geplant früh morgens zum Multimar-Wattforum nach Tönning zu fahren (es wurde in den vergangenen Monaten mehrfach der Wunsch geäußert endlich mal wieder dahin zu fahren) und dort gleich um 9:00Uhr zu starten, im dortigen Restaurant eine Kleinigkeit zu essen, dann nach Heide ins Kino zu gehen und anschließend fein im Marktpiraten essen zu gehen (die haben dort so einen tollen veganen Burger!!!). Am Vorabend fiel mir ein, dass ich keine Kinokarten und keinen Tisch reserviert hatte… Mist! Felix reservierte dann schnell Kinokarten. Und da das so super übers Internet klappte, wollten wir den Tisch gleich auch noch mal fix online reservieren. Doch da war leider nichts mehr frei. Daraufhin überprüfte ich vorsichtshalber noch mal die Öffnungszeiten vom Wattforum und siehe da: Sie öffnen erst um zehn! Da ich nicht genau wusste wie schnell wir von Tönning nach Heide kommen, stornierten wir dann die Kinokarten. Nach einigem Hin und Her disponierten wir dann komplett um.

Gegen acht Uhr am Morgen verließen wir also endlich das Haus und zockelten zum Schwimmbad. Das war jetzt eigentlich nichts Besonderes. Wir fahren ziemlich oft mit den Kindern schwimmen. Aber sie haben sich trotzdem tierisch drüber gefreut. Und dieses Mal haben wir auch nur mit den Kindern rum getobt, kein Bahnen-Ziehen und schon gar nicht eine halbe Stunde lang! 😀 Wir waren diesmal über zwei Stunden dort. So lange waren wir noch nie Schwimmen! Am Ende habe ich schon das Gefühl gehabt meine Haut würde sich noch von den Fingern pellen. 😀  Der ganze Spaß hat uns lächerliche acht Euro gekostet (Kinder bis acht Jahre haben in unserem Schwimmbad freien Eintritt).

Als dann alle brüllenden Hunger bekamen verließen wir das Schwimmbad. Dieses Mal gabs auch kein Protest-Geheul, da den Kindern die Aussicht auf chinesisches Essen sehr gut gefiel. Wir kehrten also anschließend beim Chinesen ein und bedienten uns reichlich am Mittags-Buffett. Auch hier kamen alle auf ihre Kosten. Einziger Wehrmuts-Tropfen: Die Getränke der Kinder kamen mit Strohhalmen. Ich hatte gar nicht daran gedacht, zu sagen, dass wir keine Strohhalme brauchten, da wir bisher wenn wir welche haben wollten, immer explizit nach Strohhalmen fragen mussten. Wir bekommen unsere Getränke immer ohne Strohhalme! Naja. Ab jetzt werde ich natürlich immer sagen, dass wir keine brauchen. Und die Papierservietten lagen schon mitsamt Besteck auf einem kleinen Platz-Tellerchen auf dem Tisch. Ich habe mein Platz-Tellerchen nicht angerührt. Stattdessen habe ich mir neues Besteck vom Buffett geholt und meine eigene Serviette ausgepackt. Ich hoffe sie haben mein Platz-Tellerchen dann nochmal verwendet. Nachdem den Jungs ihre Plastik-Strohhalme zig Mal aus den Gläsern gerutscht sind, baten sie mich, ihnen ihre eigenen Edelstahl-Strohhalme zu geben. Wenigstens das!

Danach gingen wir gemütlich zum Kino rüber und holten uns unsere Karten für die 14:30Uhr-Vorstellung von Kung-Fu-Panda 3, nicht in 3D (ich bekomme von 3D-Vorstellungen immer Migräne… außerdem nervt mich das mit den Brillen immer tierisch! :( ). Das bedeutete für uns, dass wir noch mehr als eine ganze Stunde Zeit hatten. Also spazierten wir noch eine Stunde lang durch die Innenstadt. Bis es uns zu kalt wurde. Dann kehrten wir in dem einzigen geöffneten Bäcker in der Fußgängerzone ein. Felix und ich tranken einen großen Kaffee und die Kinder bekamen eine Laugenstange (ja genau, sie hatten ernsthaft wieder Hunger… :D) und eine Apfelschorle. Hier konnten wir das Ausmaß unseres Mülls endlich wieder selber bestimmen. Wie es in solchen Bäckereien üblich ist, bekommt man nur Essen und Getränke auf ein Tablet und geht dann direkt an eine Selbstbedienungs-Station weiter, an der man sich dann mit Servietten, Besteck, Salz, Pfeffer, Zucker und Milch eindecken kann. Eigentlich hätten wir hier komplett ohne Müll auskommen können, aber ich brauchte für den Kaffee Zucker. Ich hab den Müll nicht für mein Müllglas mitgenommen. Vergessen.

Anschließend ging es dann ins Kino. Die Kinder haben sich dort jeder noch ein Getränk ausgesucht (Pfandflasche) und Felix kaufte für uns einen Eimer Popcorn. Das war das erste Mal, dass wir als ganze Familie im Kino waren. Und für den Kleinen war es sein erster Kino-Besuch. Wir haben sehr viel Spaß gehabt. Den Popcorn-Eimer haben wir anschließend mit nach Hause genommen. Der wird in die Papier-Tonne wandern. Allerdings werden wir zukünftig kein Popcorn mehr im Kino kaufen. Es hat uns nicht so wirklich gut geschmeckt. Früher hatte das Kino eine Popcorn-Maschine aus der am laufenden Band frisches Popcorn quoll. Ganz warm und schön karamellig. Heute haben sie sowas nicht mehr. Es gibt nur noch einheitliches Popcorn. Wie überall. Dieses zuckersüße Zeug, dass einem ständig zwischen den Zähnen kleben bleibt… Und außerdem habe ich den Verdacht, dass es nicht vegan war. Ich hätte natürlich auch nachfragen können, aber das habe ich den ganzen Tag über konsequent vergessen. ^^ Passiert eben manchmal.

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Wir haben all die gepackten Taschen nicht gebraucht. Nicht einmal die Tasche mit den Stoffwindeln. Der Kleine ist seit anderthalb Wochen trocken. Das passierte einfach so von einem Tag auf den anderen und er ist den ganzen Tag, sogar im Schwimmbad, ohne Windeln unterwegs gewesen. Wir mussten zwar dafür ständig mit ihm zur Toilette rennen, aber lieber so als anders. ^^ Den Beutel mit unseren Edelstahl-Containern haben wir auch nicht gebraucht. Normalerweise lassen die Kinder immer bergeweise Essen über, dass sie mit nach Hause nehmen wollen. Aber dieses Mal haben sie ihre Teller vollständig leer gemacht. Das lag vermutlich daran, dass sie die Portions-Größe am Buffet selbst bestimmen konnten.

Tut mir leid, dass ich so wenig Fotos für euch habe. Ich habe das ganze Wochenende über ständig mein Handy vergessen und Felix und ich waren so mit dem Besuch am Sonntag und mit den Kindern am Montag beschäftigt gewesen, dass ich es einfach nicht richtig auf dem Schirm hatte. Felix hatte sein Handy zwar mit, aber er hat irgendwie immer nur Fotos von den Kindern für seine Mutter gemacht. Eigentlich wollte ich Fotos von dem Brunch machen, von dem super leckeren Käsekuchen und von dem Essen beim Chinesen. Und ich wollte auch beim Chinesen noch die ganze Zeit Felix Bescheid sagen, dass er diese Strohhalm-und-Papierservietten-Katastrophe fotografiert… Total vergessen. Beim nächsten Mal dann! ^^

Gegen halbfünf am Nachmittag sind wir dann endlich wieder zu Hause gewesen. Hundemüde aber super zufrieden. Ich hoffe ihr hattet auch alle ein schönes Osterfest? Wart ihr zu Hause? Habt ihr es vegan oder sogar zerowaste gestaltet? Oder wart ihr auch unterwegs? Was habt ihr so gemacht? Schreibts doch einfach in die Kommentare, ich würd mich freuen von euch zu lesen!

Hier habe ich noch einige inspirierende Links zum Thema Ostern, Zerowaste usw.

Ostereiersuche bei Stefanie von der Zerowaste-Familie

So lief es letztes Jahr bei Olga und Gregor von Zerowaste-Lifestyle

Einige Inspirationen von Zerowaste Munich

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