Zerowaste vegan im Badezimmer

WP_20160308_09_14_06_Pro

Den Umstieg auf eine verpackungsfreie Hygiene haben wir eigentlich gleich sofort gestartet. Doch es dauerte natürlich auch hier eine Weile, bis wir endlich Ersatz für alles gefunden haben. Bei den Kindern dauert es noch ein wenig. Vielleicht behalten sie auch die restlichen verpackten Pflegeprodukte bei. Ich bin bei den Kindern was Zahnpflege angeht etwas vorsichtiger. Und auch in Bezug auf Sonnenschutz. Falls sich da irgendjemand genauer auskennt, bin ich dankbar für Tipps und Ratschläge. Ich habe inzwischen alles mögliche über Sonnencreme gelesen und ungefähr Folgendes erfahren: Auf jeden Fall müssen die Kinder von klein auf mit Sonnenschutz versehen werden, am besten Faktor 50. Und die nächste verstörende Meldung: Auf keinen Fall Sonnencremes nutzen! Die sind alle krebserregend! Vor den besten Sonnencremes die immer wieder genannt werden bzw. wurden warnt inzwischen der Verbraucherschutz. Ja genau Leute. Und was jetzt?

Ich habe Rezepte für die eigene Herstellung von Sonnen-Öl gefunden in denen lauter teure Ölsorten vorkommen: Avocado-Öl, Walnuss-Öl, Jojoba-Öl und noch mindestens sechs Weitere an die ich mich jetzt nicht mehr erinnere… Hat irgendjemand Erfahrung dazu? Mal davon ganz abgesehen, hatten wir noch nie Probleme mit Sonnenbränden. Über die Mittagszeit sind wir immer drinnen. Im Sommer halten sich die Kinder meist am späten Nachmittag oder Abend draußen auf. Außerdem haben wir viel Schatten im Garten. Whatever. Ich wollte darüber gar nicht schreiben. Falls jemand dazu etwas Näheres weiß, würde ich mich total über einen Kommentar freuen!

Jetzt geht’s ins Bad:

Fangen wir doch einfach mit der Zahnpflege an.

WP_20160308_08_49_01_Pro

Wir haben alle eine Bambus-Zahnbürste. Sie sind tatsächlich kompostierbar. Anscheinend sogar recht schnell. Woher ich das weiß? Wir entsorgen jetzt seit Juni 2015 unsere Bambuszahnbürsten in unserem eigenen Kompost. Die letzten vier haben wir grade vor drei Wochen in den Kompost gebracht. Letzte Woche habe ich fast den gesamten Kompost in unser Gemüsebeet eingegraben und ich habe nur vier Bambuszahnbürsten wieder gefunden. Nur Eine hatte noch Borsten. Die übrigen Borsten waren verschwunden. Wie lange die Bambusstiele dieser vier Zahnbürsten nun zum Verrotten brauchen, kann ich nicht sagen. Wenn ich das Beet das nächste Mal umgraben muss, weiß ich mehr 😀 .

Felix und die Kinder putzen nicht nur mit den Bambuszahnbürsten. Wir haben noch zwei elektrische Zahnbürsten, die sie hin und wieder nutzen. Es ist schon eine ganze Weile her, da hatte unser (ehemaliger) Zahnarzt bei einer Zahnbehandlung nicht vernünftig gearbeitet, darum hatte Felix lange Zeit Probleme an einem Zahn. Darum nutzt er vorsichtshalber noch die elektrische Zahnbürste zusätzlich. Und bei den Kindern, tja, wie gesagt, wir sind bei den Kindern mit Hygiene-Experimenten sehr vorsichtig. Erst wenn etwas bei uns sehr gut funktioniert, fangen wir an, die Kinder auch drauf einzustellen.

Außerdem hatte Felix übrigens immer Aften im Mund. Und die hat er nun nicht mehr, seit wir unser Zahnpasta-Pulver (ihr seht es oben im Bild) selbst herstellen. Wir machen es grob nach dem Rezept von Bea Johnson. Also Natron (größere Menge) und Stevia (sehr kleine Menge). Ich habe keine Mengenangabe. Das machen wir pi mal Daumen. Ich fülle das Glas meist bis der Boden bedeckt ist mit Stevia (ich schätze das sind 1- 11/2 TL) und kippe es dann mit Natron auf. Anschließend wird es gut durch geschüttelt.

Die Zahnbürsten und das Natron bekommen wir bei Unverpackt-Kiel. Stevia haben wir zur Zeit noch in einer großen Plastikdose. Die hatten wir noch im Sommer 2015 gekauft und brauchen sie noch auf.

Ab in die Dusche!

WP_20160308_09_08_01_Pro

Ja genau. Mehr brauchen wir nicht unter der Dusche. Das linke Stück Seife benutze ich für die Körperpflege, das ganz rechte Stück benutzt Felix und das in der Mitte ist Bierseife, die wir zur Zeit als Shampoobit nutzen. Eigentlich kaufe ich mir im unverpackt-Kiel immer einen Shampoo-Bit aber diese hier hatten wir noch da und man kann sie auch ganz gut für die Haare gebrauchen. Mein Shampoo-Bit war halt grade leer und da bot sich das dann an. Felix hatte sie mal in einem Bio-Laden in Kiel gefunden und als Ersatz mitgebracht. Bei Seife war es tatsächlich eine Zeit lang etwas schwieriger. Wir haben einige Dinge bestellt und getestet. Dann fand Felix lange Aleppo-Seife total gut. Und hin und wieder haben wir eine einfache Seife bei DM gekauft, die zwar vegan und Bio war aber dafür total verpackt. Zur Körperpflege und zum Hände waschen werden wir in unserem eigenen Bioladen fündig. Sogar unverpackt! Da muss man sich die Sachen wirklich zusammen suchen. Am Ende habe ich mich entschieden nur noch die Shampoo-Bits von unverpackt-Kiel zu verwenden. Sie kaufen die Seife bei einer Seifensiederin aus der Region. Die Seife, die ich zur Körperpflege verwende kauft Felix ebenfalls in Kiel, allerdings in einem Seifen-Shop und dann gleich zwei Stücke auf einmal. Das ist eine der beiden veganen Seife, die sie haben und sie ist nicht als Shampoo geeignet. Ich mag sie jedoch sehr gern, wegen der enthaltenen Schicht aus getrockneten Pflanzen. Das ist ein super tolles Peeling! Das Seifenstück, das Felix grade verwendet, hat er zu Weihnachten geschenkt bekommen. Und mehr kann ich dazu nicht sagen, außer, dass wir hoffen, dass sie vegan ist. :)

Für die Haare nutzen wir außerdem noch eine Essig-Rinse, aus Apfelessig und Wasser. Den Apfel-Essig kaufen wir im Unverpackt-Kiel. Wasser kriegen wir aus der Leitung ;). Ich werde im Sommer mal versuchen selber Apfel-Essig herzustellen. Ich habe bei Stephanie von der zerowaste Familie gelesen, dass das total einfach und unkompliziert sein soll. Allerdings warte ich jetzt erstmal die kommende Apfel-Saison ab, damit ich eigene Äpfel verwenden kann.

Was die Pflege-Produkte für die Dusche angeht, kann ich aufatmend mitteilen, dass auch die Kinder feste Seifen akzeptiert haben und sogar richtig großartig finden. Das Aufschäumen macht ihnen am meisten Spaß. Auch die Essig-Rinse konnten wir am Wochenende erfolgreich testen: Glänzendes blondes Haar, dass sich wunderbar kämmen lässt! :) Sie hätten jetzt jeder gern ein eigenes Stück Seife (sie mögen gern die blaue Seife aus dem oben erwähnten Seifenshop). 😉

WP_20160308_09_09_46_Pro

Seifenreste bewahren wir übrigens auf. Die kann man gesammelt in solch einem Waschlappen oder in einem kleinen Beutel zum Einseifen verwenden. Oder man verwendet sie für selbst gemachtes Waschmittel.

Eincremen und Deo

WP_20160308_08_42_40_Pro

Wir machen unsere Body-Butter momentan selber nach dem Rezept von Lauren Singer. Sie besteht aus Kokos-Öl, Shea-Butter, Raps-Öl und einigen (naja sehr vielen) Tropfen ätherisches Öl (wir benutzen hauptsächlich Orange). Das Kokos-Öl und das Raps-Öl bekommen wir ebenfalls im Unverpackt-Kiel. Die Shea-Butter haben wir über Amazon bestellt, die kam aus Großbrittannien. Finde ich jetzt als dauerhafte Lösung nicht so prickelnd, allerdings ist die Sheabutter sehr reichhaltig und man braucht sie nicht so schnell auf. Das Orangen-Öl stammt noch aus unseren alten Beständen und ist, glaube ich, aus der Apotheke.

WP_20160308_08_46_54_Pro

Das ist unser Deo. Das machen wir grob nach dem Rezept von – ebenfalls – Lauren Singer. Ich habe die Zutaten nach eigenem Gusto zusammen gerührt: Kokos-Öl, Shea-Butter, Natron, Maisstärke und natürlich ordentlich ätherisches Orangen-Öl. Die genauen Angaben habe ich nicht. Wir kommen damit super klar. Es hält nicht ewig frisch. Aber wenn wir wissen, dass wir „länger gut riechen müssen“, dann nehmen wir es einfach mit und benutzen es dann unterwegs nach Bedarf. Es riecht super gut nach Kokos und Orange und irgendwie auch ein wenig nach weißer Schokolade. Ich mag das gerne.

WP_20160308_09_14_06_Pro1

In diesem Kistchen bewahren Felix und ich unsere Rasier-Produkte auf. Das sind ein Rasierer (der mit dem weißen Griff) für mich und zwei für Felix, zwei Rasierpinsel (gehören beide Felix, ich benutze keinen Rasierpinsel), Aftershave und Bart-Pflege-Mittel von Felix. Die Griffe für die Rasierpinsel drechselt Felix selber. Meine Oma hat ihm dafür die Drechsel-Bank meines (leider bereits verstorbenen) Opas vererbt. Ich find es total schön, dass Felix das drechseln so viel Spaß macht und die alten Geräte meines Opas dadurch innerhalb der Familie noch Verwendung finden. Rasierseife brauche ich nicht extra, ich benutze die normale Seife. Felix hätte gern eine Rasierseife und sucht momentan nach der Perfekten. 😉

WP_20160308_09_17_47_Pro - Kopie WP_20160308_09_18_18_Pro

Mein Nageletui habe ich immer noch nicht entsorgt. Das nehmen wir immer mit, wenn wir in den Urlaub fahren. In dem Körbchen haben wir Nagelknipser und Nagelschere. Dieses Körbchen begleitet mich schon ein Leben lang. Es ist wirklich interessant: Mir ist aufgefallen, dass nach dem Entrümpeln vor allem die Gegenstände geblieben sind, die ich oder Felix teilweise schon als Kinder hatten oder selber hergestellt haben. Sogar die Badmöbel sind schon fünfzehn Jahre alt. Die haben Felix und ich uns neu gekauft, als wir in unsere erste gemeinsame Wohnung gezogen sind. Und wir werden sie auch noch einmal mitnehmen 😉 .

WP_20160308_09_01_13_Pro WP_20160308_09_15_57_Pro - Kopie

So sehen unsere beiden Wandschränke momentan aus. Der Rechte hat den ganzen wichtigen Kram. Neben Zahnbürste und Zahnpasta-Pulver (neben den Zahnpasta-Tuben) haben wir hier auch noch ein Glas mit einem Rest der Zahn-Creme von Lauren-Singer. Wir hatten die mal mit den Kindern zusammen gemacht, aber sie mögen sie nicht so besonders. Hin und wieder überkommt es den Großen mal, dass er es doch noch mal versuchen will. Aber vermutlich werden wir sie aufbrauchen. Außerdem haben wir noch normale Zahnpasta für die Kinder, ein leeres Fläschchen, das wir zur Weiterverwendung im Bad aufbewahren und wie bereits erwähnt die elektrischen Zahnbürsten samt Zubehör. Darüber im Fach ist ein weiteres Aftershave von Felix, selbst gemachte Ringelblumensalbe für die kleinen Verletzungen (von denen wir alle ständig welche haben), Zahnseide (bekommen wir leider noch nicht ohne Verpackung), das Deo und das Eine der beiden alten Parfums, die ich noch aufbrauche. Daneben sind noch das Orangen-Öl und ein Fläschchen Japanisches Heilpflanzen-Öl. Im obersten Regal bewahren wir die unendlich vielen Rasier-Klingen auf, die sich im Laufe der Zeit angesammelt haben.

Im linken Regal ist hauptsächlich Deko. Lauter Gläser mit Sand und Muscheln oder nur Muscheln, die wir von unseren zahlreichen Besuchen an den unterschiedlichen Küsten von Nord- und Ostsee gesammelt haben. Außerdem ist darin der letzte Rest von Felix‘ Aftershave, mein altes Make-up (ich befürchte, ich werde es niemals aufbrauchen, weil ich mich einfach kaum noch schminke), unsere Bodybutter und ganz oben bewahren wir das Körbchen mit den Nagelknipsern auf.

WP_20160404_18_54_42_Pro WP_20160404_18_36_37_Pro

Dann hätten wir noch den großen Schrank, in dem wir unsere Handtücher aufbewahren. Wir haben früher endlos viele Handtücher gehabt. Auch hier haben wir massiv reduziert: Es sind noch vier Badelacken und zwölf Handtücher übrig. Das reicht für uns völlig. Im Handtuchschrank befinden sich außerdem noch im obersten Fach: Fön, Haarbürste, Kämme, eine Dose Haargummis (für die beiden Langhaarigen in unserer Familie) und mein Schmuck. Ich hatte vor sechs Monaten noch so viel Schmuck! Bei dem meisten Zeug konnte ich mich überhaupt nicht dran erinnern es überhaupt gekauft zu haben. Und mehr als die Hälfte davon war kaputt oder völlig verfärbt. Tja Modeschmuck eben…

WP_20160404_18_36_37_Pro

Dann haben wir in diesem Schrank noch ein Fach voll Medikamente. Ich wünschte ich könnte euch sagen, dass wir so gesund leben, dass wir Medikamente überhaupt nicht brauchen. Aber das wäre gelogen. Also nicht das wir gesund leben. Aber das reicht leider nicht, wenn man kleine Kinder hat… Felix und ich haben zeitweilig einen recht hohen Bedarf an Schmerztabletten. Und ich sage euch ganz ehrlich: Gott sei Dank wirken die Dinger bei uns und Gott sei Dank (!!!) gibt es sie! Zu jedem Jahresbeginn, so ab Mitte/Ende Januar bricht bei uns die lange Krankheitsphase an. Es fängt einer der Jungs damit an und dann geht es reihum. Ich habe das Gefühl wir gehen jährlich bis zum Frühjahr ungefähr zehn unterschiedliche Viren durch. Da Felix und ich uns hin und wieder auch bei den Kindern anstecken sind wir auf Schmerz und Fieber senkende Mittel angewiesen. Und auf Nasenspray. Irgendjemand muss ja zu Hause weiter funktionieren und sich um die kranken Kinder kümmern… ^^ Auf der anderen Seite brauchen eben auch die Kinder ihre Medikamente: Für den kleinen Fieber-Zäpfchen, für den großen Fiebertabletten und Kindernasenspray. Kinder sind einfach häufig krank. Das ist so und daran kann ich nicht viel ändern.

WP_20160404_18_31_33_Pro

Und zu guter Letzt: Die Schublade ganz unten enthält unsere Stofftaschentücher und zur Zeit noch die Stoffies vom Kleinen. Und auf ausdrücklichen Wunsch des Großen haben wir hier auch noch normale Taschentücher mit Verpackung. Es ist ihm peinlich in der Schule Stofftaschentücher zu benutzen. Tja.

WP_20160404_18_53_40_Pro

Achja und dann haben wir noch einen kleinen Schrank, in dem wir Toilettenpapier aufbewahren. Bis vor kurzem haben wir beim Kauf von Toilettenpapier noch Müll verursacht. Ich war vor einigen Tagen kurz davor mir aufgrund des Artikels von Stefanie von der Zerowastefamilie Toilettenpapier ohne Plastikverpackung entweder bei Naturlieferant oder bei Smoothpanda in größerer Menge zu bestellen. Aber dann gab es eine neue Nachricht von Unverpackt-Kiel: Sie haben jetzt auch Toilettenpapier ohne Verpackung ins Sortiment aufgenommen! Und zwar von Smoothpanda! 😀 Da wir also heute sowieso einiges in Kiel zu erledigen hatten, haben wir also außerplanmäßig noch einmal im Unverpackt-Laden angehalten und uns mit Toilettenpapier eingedeckt. Wir haben lose Rollen gekauft, damit wir uns nicht mehr mit der Entsorgung des Kartons befassen mussten… Juhuu! Endlich ist auch dieses Problem gelöst!

WP_20160404_15_53_55_Pro

Das wars. Ein tiefer Einblick in unser Bad. 😉

Wie sieht es so in anderen Zerowaste-Badezimmern aus?

Noch ein Video von Lauren Singer.

So sieht es bei Bea Johnson aus.

Shia hat hier eine ganze Reihe zum Thema.

Hier bei Olga von Zero Waste Lifestyle könnt ihr einige Tipps zum Thema im Kanal finden.

So macht es die Zerowastefamilie!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *