Zero Waste leben

Ein völlig normaler Tag:

Wir starten den Tag mit einem super leckeren, warmen, cremigen Café Latte, der natürlich aus unserem Kaffeeautomaten kommt. Weil wir morgens nicht soviel Zeit haben gibt es nur eine schnelle Scheibe Toast mit Käse und Wurst. Ist natürlich alles in Plastik verpackt.

Auf dem Weg zur Arbeit wird eine Zeitung, ein Coffee to go im Pappbecher und ein belegtes Brötchen in der Papiertüte samt Papierserviten organisiert. Bei der Arbeit wird Kaffee getrunken. Der Kaffee kommt aus der der glänzenden goldenen Aroma-Verpackung und wird durch den Papierfilter gefiltert. Die Milch kommt natürlich auch hier ganz klar aus dem Tetrapak, ist entpasteurisiert und hat nur 1,5% Fett.

Auf dem Weg nach Hause wird noch einmal kurz beim Supermarkt angehalten, Käse und Wurst gekauft, Butter, ein paar Nudeln, Äpfel und Bananen sowie Tomaten und Gurken in der Plastiktüte. Und weil Nudeln und Tomaten mit Basilikum viel besser schmecken, wird noch ein Basilikum im Topf mit Plastik-Umverpackung mitgenommen. Natürlich brauchen wir auch noch eine Flasche bestes Olivenöl! Und dazu packen wir noch all den Kleinkram, von dem wir mehr als die Hälfte überhaupt nicht brauchen, ein. Wir geben an der Kasse mal wieder mehr Geld aus, als eigentlich geplant war und fahren dann beseelt (vielleicht auch mit dem Hauch eines schlechten Gewissens, da wir ja eigentlich unser Budget diesmal einhalten wollten) nach Hause: Es gibt Pasta mit frischen Tomaten, frischem Basilikum und Parmesan und dieser Parmaschinken dazu wird so köstlich sein!

Nach dem Essen gönnen wir uns noch einen leckeren Espresso. Dieser Kapsel-Kaffee ist einfach die göttlichste Erfindung! Anschließend räumen wir kurz und auf und widmen uns dann unserem Fernseh-Programm. Wir lesen auch gern Bücher. Die wandern anschließend in unser ständig wachsendes Bücherregal. Vermutlich brauchen wir bald eine neue Wohnung für die all die Bücher!

Am Ende des Tages haben wir einen halbvollen Mülleimer. Wir wissen, dass er am nächsten Tag wieder voll sein wird. Aber das ist nun mal so! Alle zwei Tage müssen wir den Müll leeren. Meist sind die Tonnen unten schon brechend voll, aber wir schaffen es irgendwie immer unseren Müll noch obendrauf zu drücken. Ist zwar ekelhaft, aber was soll man denn schon machen? Manchmal fragen wir uns schon ob das alles so in Ordnung ist. Wir haben mal gehört, dass Plastik nicht zu 100% recycelt werden kann. Außerdem haben wir öfter mal Durchfall, Entzündungen am Zahnfleisch und fühlen uns oft vollkommen energielos. Unser Arzt hat uns gesagt, dass wir uns etwas gesünder ernähren sollten, da unsere Cholesterin-Werte auffällig sind. Aber noch ist ja alles in Ordnung. Was sollten wir also ändern? Es leben ja schließlich alle so. Außerdem hatten wir ja nun auch Tomaten und Basilikum im Essen. Das wird sicher seine Wirkung tun. Und das Problem mit dem Müll wird die Politik ganz bestimmt in den Griff kriegen.

Ein Zerowaste Tag

Beim Duschen nutzen wir eine Seife aus natürlichen Zutaten, zum Haarewaschen wird ein Shampoobit, eine Seife aus natürlichen Zutaten, genutzt. Zur besseren Pflege für lange Haare gibt es noch eine Rinse aus Essig und Wasser obendrauf. Die Zähne werden mit selbstgemachtem Zahnpasta-Pulver und einer vollkommen kompostierbaren Bamboo-Zahnbürste geputzt. Deo und Bodylotion sind ebenfalls selber gemacht und warten in hoch dekorativen Gläsern im Kosmetikschrank.

Zum Frühstück setzen wir uns alle hin. Wir nehmen uns Zeit hierfür. Den Kaffee haben wir in einer French-Press-Kanne zubereitet. Wir ihn verpackungsfrei in einem Unverpackt-Laden kaufen. Wir essen Brot und etwas Aufschnitt, all dies konnten wir ebenfalls in eigenen Behältern unverpackt einkaufen.

Für die Arbeit bzw. Schule schmieren wir uns Butterbrote und verpacken sie in Edelstahl-Vesperdosen. Außerdem packt sich noch jeder Obst oder klein geschnittenes Gemüse ein. Einige von uns haben einen etwas längeren Weg und packen sich noch vorsichtshalber eine Edelstahl-Trinkflasche mit Wasser ein. Der Vater des Hauses kommt heute auf seinem Arbeitsweg bei dieser Bäckerei vorbei, die diese unheimlich leckeren Franzbrötchen verkauft. Darum packt er sich gleich zwei größere Baumwollbeutel ein. Wenn er dort ist wird er sich nicht nur eins für die Mittagspause holen sondern gleich welche für die ganze Familie und zusätzlich noch Laugengebäck.

Zu Hause wird mit frischen Lebensmitteln vom Markt und mit trockenen Zutaten aus dem Unverpackt-Laden eine vollwertige leckere Mahlzeit gekocht von der alle satt werden. Die Reste werden in Einmach-Gläsern im Kühlschrank aufbewahrt. Wer zwischendurch einen kleinen Hunger hat, schmiert sich eine Scheibe Brot oder isst ein Stück Obst.

Da wir in einer minimalistischen Wohnung leben, fällt es uns nicht schwer uns eine sinnvolle Beschäftigung zu suchen. Wir haben nur noch das Zeug, dass wir wirklich brauchen: Die Gitarre, für den Gitarrenunterricht, unsere Fahrräder für unsere regelmäßigen Fahrradtouren, unsere Tablets zum Lesen von E-Books und Online-Magazinen, einige Gesellschaftsspiele. Natürlich schauen wir auch hin und wieder fern. Allerdings haben wir uns dazu entschieden ausschließlich über werbefreie Online-Anbieter zu streamen.

Am Ende des Tages haben wir keinen Müll produziert. Wir wissen ehrlich gesagt gar nicht wie die Situation um die Mülltonnen herum zur Zeit aussieht, weil wir schon so endlos lange nicht mehr dort unten waren. Gesundheitliche Beschwerden hat niemand von uns. Unser Budget beim Einkaufen haben wir schon seit Ewigkeiten nicht mehr überschritten.