Nachhaltig leben und krank sein

Nachhaltig leben und krank sein: Was nun?

Wenn du nachhaltig lebst, wirst du sicher auf jeder Ebene Müll vermeiden wollen. Geht das auch, wenn man krank ist? Nachhaltig leben und krank sein sind zwei Themengebiete, die sich auf den ersten Blick gegenseitig ausschließen oder? Im folgenden Text werde ich auf diese Fragen eingehen.

Irgendwann erwischt es jeden: der kleine Schnupfen, die mittelschwere Erkältung oder gar eine ausgewachsene Grippe. Spätestens im Fall der Grippe, sind wir auf Medikamente angewiesen, um wieder auf die Beine zu kommen und eine exzessive Ausweitung des Virus zu verhindern.

Mit dem Schnupfen umgehen

Wenn du schon länger Müll vermeidest, bist du vielleicht bereits auf wiederverwendbare Taschentücher umgestiegen. Solltest du dir nicht sicher sein, ob du dein Umfeld mit Bakterien belastest, während du Stofftaschentücher benutzt, kannst du folgende Dinge beachten:

  • Wenn du einen wirklich fiesen leicht ansteckenden Schnupfen erwischt hast, solltest du jedes Taschentuch, das du einmal verwendet hast, kein zweites Mal verwenden oder vorübergehend auf Papiertaschentücher ausweichen. Wenn du wieder gesund bist, kannst du einfach wieder Stoffis für die Triefnase verwenden.
  • Nach dem Waschen bügeln, und zwar auf höchster Stufe! Das heiße Bügeleisen tötet auch die letzte Bazille.
  • Viele Menschen schwören auch auf eine Nasendusche.
nachhaltig leben und krank sein
Was tun, wenn du Müll vermeiden willst und auf einmal krank wirst?

Meine Vorgehensweise bei Erkältungen:

Ich inhaliere unterstützend mit heißem Wasser und Kochsalz oder Kamille. Dafür benutze ich eine Porzellanschüssel mit einem Handtuch über dem Kopf – ganz old school. Außerdem trinke ich viel heiße Kräuter-Tees und schlürfe vollwertige dampfende Gemüsesuppen. Und nein: Wenn ich nicht genügend Kräuter aus dem eigenen Garten zur Hand habe, warte ich nicht bis zur nächsten Erntesaison. Ich nutze dankbar das Sortiment aus der Apotheke und frage mich dabei nicht, unter welchen Umständen diese ihren Weg ins Verkaufsregal meines Apothekers gefunden haben.
Es gibt Lebenslagen, in denen du dir keinen zusätzlichen Stress machen solltest.

Ich achte außerdem auf frische Luft, viel Schlaf und Entspannung. Wenn sich die Erkältung fest gesetzt hat, gehe ich zum Arzt und lasse mich gründlich untersuchen. Wenn mir Medikamente verschrieben werden, nehme ich sie.

Chronische Erkrankung
Ich leide seit vierzehn Jahren an einer Schilddrüsen-Unterfunktion. Vor einem Jahr wurde mir eine Hashimoto-Thyrioditis diagnostiziert. Hashimoto ist eine Autoimmun-Erkrankung der Schilddrüse. Was bedeutet das im Klartext? Ich habe immer wieder mit ausgewachsenen Erschöpfungszuständen, leichten Depressionen, langen Erkältungsphasen und vor allem mit Übergewicht zu tun.
Bei Hashimoto hilft nur eine medikamentöse Behandlung der Schilddrüsenunterfunktion. Und vermutlich eine saubere Ernährung.
Mir passiert es immer wieder, dass ich in Erschöpfungsphasen nicht müllfrei oder gar nachhaltig lebe. Trotzdem stecke ich den Kopf nicht in den Sand: Ich bemühe mich einfach weiterhin, jeden Tag so nachhaltig wie möglich zu leben. Und wenn Müll entsteht, dann entsteht er eben.

Wenn du krank bist, ist das Einzige, was zählt, dass du wieder gesund wirst. Gesundheit geht immer vor.
Solltest du unter einer chronischen Krankheit leiden, dann akzeptiere diesen Zustand einfach. Je nachdem wie krank du bist, kannst du natürlich trotzdem soviel für eine grüne Umwelt tun, wie es dein körperlicher Zustand erlaubt. Mach dich aber nicht fertig, weil du nicht so nachhaltig leben kannst, wie du es gerne hättest. Die Hauptsache ist doch, dass dir das Thema trotzdem nicht egal ist.
Denk immer dran: Jeder Schritt zählt!

Hände waschen

Vielleicht hältst du diesen Unterpunkt für nicht erwähnenswert, aber grade, wenn du, wie ich, Kinder im Haus hast, ist es unerlässlich das noch einmal zu betonen: Die meisten Infektionen, Entzündungen, Erkrankungen und teilweise auch Parasitenbefall lassen sich durch Hygiene verhindern (natürlich nicht alle, dennoch ein großer Prozentsatz). Also lass deine Kinder mehrmals am Tag ihre Hände waschen. Einige Kinder stehen da nicht so drauf, wie meine Söhne (“aber Mama, ich hab doch gestern erst Hände gewaschen…”). Mach einfach ein Spiel draus, dann machen sie freiwillig mit.

Was du außerdem tun kannst:

Du siehst schon, das Stichwort ist Prophylaxe: Am einfachsten vermeidest du den Müll von Medikamenten und medizinischen Präparaten, indem du gar nicht krank wirst. Ein gesunder Lebensstil und eine ausgewogene Ernährung sind die Grundlagen einer effektiven Immunabwehr. Auch Stress spielt immer eine Rolle und sollte nicht untergeordnet betrachtet werden. Unsere Immunabwehr sinkt, sobald wir müde und abgeschlagen sind. Und meist ist das auch der Zeitpunkt, an dem unsere Ernährung nicht mehr so sauber ist.
Also achte auf einen Lebensstil der deine Immunabwehr unterstützt und mach keine Experimente: Gesundheit geht vor Umweltschutz! Suche einen Arzt auf!

Wenn du krank bist

Akzeptiere es einfach. Du brauchst Ruhe. Wenn du dich dem Genesungsprozess nicht stellst, machst du alles nur noch schlimmer.
Jeder von uns, der einen nachhaltigeren Lebensstil vorleben will, rutscht automatisch in eine Vorbild-Funktion. Wen wollen wir denn von unserem Lebensstil überzeugen, wenn unsere Gesundheit unter unserem Lebensstil leidet?

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  1. Du sprichst mir aus der Seele. Ich habe auch Hashimoto und versuche mit meinen zwei Kindern und meinem Mann Zero Waste zu leben. Es gab Zeiten, da habe ich sehr mit mir gehadert, weil ich der Meinung war, ich müßte es besser schaffen müllfrei zu leben. Den Stress habe ich mir dann noch zusätzlich gemacht, obwohl ich durch die Erkrankung ja Stress am besten vermeiden soll (hahaha). So langsam habe ich begriffen, dass in schlechten Phasen, Ich an erster Stelle stehen sollte und nicht die Reduktion unseres Müllbergs. Ich mag deinen Blog gerade deswegen so gerne, weil du ehrlich und menschlich über die Grenzen und Rückschlage schreibst. Dann weiß ich, ich bin nicht die einzige, die es nicht schafft nur ein Glas Restmüll vom letzten Jahr vorzuweisen 😉 Danke dafür

    • Liebe Sandra!
      Es ist zwar nicht schön, dass du Hashimoto hast, aber irgendwie fühle ich selbst mich grade nicht mehr ganz so allein. 😊
      Danke für deinen lieben Kommentar! Ich habe mich sehr darüber gefreut.
      Sich selbst in den Vordergrund zu stellen und zu akzeptieren, dass wir auch hin und wieder schwach sind, ist in unserer Gesellschaft
      wirklich schwierig.
      Mir hilft es immer daran zu denken, was ich alles geschafft habe. In Bezug auf unsere Müllreduktion stelle ich mir dann vor,
      wie viel Müll wir immer noch produzieren würden, wenn wir nichts geändert hätten. Und dann denke ich mir: Wenn alle so leben würden…
      Kennst du das Zitat von Anne-Marie Bonneau? “We don’t need a handful of people doing zero waste perfectly. We need millions of people doing it
      imperfectly!” Ich finde damit hat sie Recht.
      Ich finde es schön, dass dir das Thema trotz deiner zusätzlichen Belastung durch die Erkrankung wichtig ist und dass du dich bemühst, trotzdem
      Müll einzusparen wo es bei euch möglich ist!
      Ich wünsche dir und deiner Familie weiterhin viel Erfolg dabei!
      Und: Achte gut auf dich!
      Ganz liebe Grüße,
      Ilka

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